Chaco: Immobilien

Zusammenfassung:

Noch einmal aus "Bloß weg!" von Hannich, kann gar nicht oft genug wiederholt werden:
"
Anders als man vielleicht zunächst vermuten würde, kommen die Hauptgefahren nicht von den Einheimischen, sondern von den eigenen Landsleuten, welche bereits in Paraguay leben. Ein Sprichwort dort sagt: „Der Paraguayer nimmt dem Einwanderer etwas, der Deutsche gleich alles." Hier wird schon deutlich, daß man vor allzu schnell gefundenen deutschen „Freunden" etwas auf der Hut sein sollte. Manche von ihnen sind vor vielen Jahren in das Land gekommen und haben selbst alles verloren oder mußten kurzfristig vor der deutschen Justiz flüchten und haben nun einen großen Kapitalbedarf. Nichts liegt da näher, als den neuen Einwanderer, der in der Regel weder die Sprache noch die Mentalität dort kennt, etwas auszunehmen. Da sind bisweilen im Land die abenteuerlichsten Erzählungen von Auswanderern zu hören. Einer beispielsweise kam ohne Sprachkenntnisse ins Land und freute sich, einen netten Landsmann als Freund gefunden zu haben. Dieser bot sich auch gleich an, das von Deutschland zu erwartende Geld auf seinem Konto entgegenzunehmen (da der Einwanderer ja noch nicht über dergleichen verfügte). Wie man sich denken kann, war weder von dem Geld noch von dem netten „Freund" je wieder etwas zu sehen. Generell ist zu hören, dass immer der eigene Landsmann für den Einwanderer gefährlich ist, also für den Franzosen der Franzose; für den Deutschen der Deutsche; für den Schweizer der Schweizer usw.
Doch Vorsicht ist auch schon beim Grundstückskauf geboten. Leider existieren in Paraguay, anders als in Deutschland, keine ausschließlichen öffentlichen Grundbücher - es herrscht spanisches Recht. Vielmehr existieren neben dem öffentlichen Grundbuchamt noch zahllose private Notare, welche ebenfalls Besitzurkunden archivieren. Das hat den Nachteil, daß beim Kauf von Grund und Boden Betrug viel leichter möglich ist als bei uns. Da unterschreibt der Käufer unter Umständen ein Papier im Grundbuch beim Notar, das nach dem Kauf gegen ein anderes ausgetauscht wird, so daß er letztlich kein Eigentum besitzt. Notar, Verkäufer und Rechtsanwalt sitzen da möglicherweise in einem Boot und teilen sich den Gewinn aus dem Betrug am Ende.
Auch wird oft versucht, Leute mit überhöhten Preisen über den Tisch zu ziehen oder ihnen wertloses Land zu verkaufen. Da wurde beispielsweise einmal ein Einwanderer von einer deutschen Maklerfirma hereingelegt: Der Käufer wollte ein Grundstück in Paraguay kaufen mit der Bedingung, daß es darauf Grundwasser gebe. Nun zeigte ihm der Makler eine Fläche, auf der tatsächlich auch eine Handpumpe installiert war. Mit Freude pumpte der potentielle Käufer einen Eimer nach dem anderen bestes Wasser aus dem Boden und stimmte deshalb auch sogleich dem Kaufvertrag zu. Was er nicht wußte war, daß der Makler vorher ein 200-Liter Faß mit Wasser hatte eingraben lassen, aus dem nun der Käufer munter sein Wasser pumpte.
Ein anderer Betrug ging so vonstatten, daß Käufer in Deutschland auf der Landkarte sich für ein Grundstück entschieden und sogleich kauften. Als sie später ihren Besitz in Augenschein nehmen wollten, fuhr der Makler mit ihnen bei Mittagshitze hinaus und stach später heimlich seinen Autoreifen auf. Er erklärte nun, daß sie leider nicht weiterfahren könnten und er auch das Trinkwasser vergessen habe. Zum Glück aber habe er noch ein paar Flaschen billigen Wein dabei - den die Käufer bei der Hitze auch begierig tranken. Nach dem Rausch und den Kopfschmerzen durch den Fuselwein wollte dann niemand mehr die nächsten Tage das Grundstück besichtigen. Dieses gab es auch gar nicht - es wurde Grund und Boden verkauft, welcher gar nicht zu verkaufen war.
Einem anderen Einwanderer passierte es, daß sein erworbenes Grundstück zur gleichen Zeit vom gleichen Verkäufer auch an einen anderen verkauft wurde. Es brauchte jahrelange teure Prozesse, bis das Eigentumsrecht geklärt war."

 

Meine Ratschläge:

- Unterschreiben Sie niemals nie und nimmer einen Vertrag in Deutschland!

- Machen Sie Urlaub in Paraguay, wo immer es Sie hinzieht, lernen Sie Land und Leute und Preise(!) kennen. Und nehmen Sie viel Zeit mit. Der Spruch "südamerikanisches Temperament" gilt nur für den "Karaneval in Rio".

- Wenn Sie kaufen wollen, dann unterschreiben Sie nur bei einem Notar im Beisein eines vereidigten Dolmetschers (Denken Sie daran, es gibt gesetztliche/öffentliche und private Grundstückseintragungen!), bezahlen beim Notar den Käufer in bar oder hinterlegen Ihr Geld beim Notar. Und vergessen Sie nicht, sich vorher (bei der Immigration!) zu erkundigen, ob Ihr ausgewähltes Grundstück für die Escritura anerkannt wird!

Bevor Sie im Bereich Immobilien in Paraguay Ihre Unterschrift leisten, sollten Sie sich zu Ihrer eigenen Sicherheit wenden an:
Deutsche und Schweizerische Schutzgemeinschaft für Auslandsgrundbesitz e.V.
Postfach 20 13 50; DE-79753 Waldshut-Tiengen
www.schutzgemeinschaft-ev.de.

Weitergehende Informationen zum Thema Immobilien finden Sie unter Latinoportal - auch was den Bereich Betrügereien und Abzocke angeht.
  

Zu den Immobilienpreisen

... im Chaco, ungerodetes und unbebautes Land ohne Infrastruktur:

ca. 5 USD je Hektar = Irgendwo im tiefsten Busch; Sie brauchen ein Flugzeug und eine Rollbahn, um zu Ihrem Grundstück zu kommen. Für Wasser, Strom und Telefon müssen Sie selber sorgen.

ca. 50 USD je Hektar = Schon etwas näher an der Zivilisation, aber mit Erdstraßen, und das geht auf die Stoßdämpfer, gelockerte Schrauben eingeschlossen. Für Wasser, Strom und Telefon müssen Sie selber sorgen.

ca. 200 USD je Hektar = Sehr nahe an der Zivilisation, sogar in der Nähe von aspaltierten Straßen noch möglich, mit Wasser, Strom und Telefon und mit Einkaufsläden in relativer Nähe usw.

Im Bereich "Bockswiese" dürfte der Grundstückpreis bei ca. 5 USD je Hektar anzusiedeln sein.

Was über 200 USD je Hektar liegt, sollte schon Besonderes bieten. Ansonsten: Finger weg!

1 Hektar (ha) = 10.000 qm

Zusammenfassung: Bezahlen Sie keine Gringo-Preise, sondern wie die Einheimischen! Über kleine Betrügereien kann man sicher mit einem Augenzwinkern hinwegsehen, größere Betrügereien, die sich im Bereich des zehn- bis mehrere hundertfachen und mehr des ortsüblichen Preises bewegen, sollten Sie im eigenen Interesse auf gar keinen Fall akzeptieren. Vor einem Kauf ist es sinnvoll, sich dezent(!) nach den ortsüblichen Preisen und dem Leumund der jeweiligen Verkäufer zu erkundigen.

 

Forderung der Immigration

Erwähnt werden muß noch, daß die Immigration, die zuständige Behörde für die Aufenthaltsgenehmigung, für den Chaco
- mindestens 20 Hektar und
- einen (Wiederverkaufs-)Wert von mindestens USD 5.000,00
verlangt.

Diese Forderung der Immigration wird in keiner Weise vom Projekt "Bockswiese" erfüllt.


 
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