|
Der Chaco das größte Trockensavannengebiet
Südamerikas
Der Chaco als solches ist in Europa eher unbekannt. In Südamerika
hingegen spielt die riesige Trockensavanne am Fuße der
Anden, allein schon aufgrund ihrer Größe von 1 Mio.
qkm, als Lebensraum vieler Menschen, vor allem vieler Indianer,
eine bedeutende Rolle. Das Wort Chaco stammt aus
der Quechua-Sprache, einst die Sprache der Inka, und bedeutet
Große Ebene für die Jagd. Die Tierwelt
des Chacos wird oft als die vielfältigste ganz Südamerikas
bezeichnet. Auch, weil hier allein fast 600 verschiedene Vogelarten
leben. Der Chaco erstreckt sich vom Chiquitos Bergland in Bolivien
im Norden bis hin zur Sierra de Cordoba in Argentinien im Süden.
Im Westen wird er vom Río Paraguay und dem brasilianischen
Bergland begrenzt, im Westen reicht er bis zu den Anden. Der
paraguayische Chaco hat eine Fläche von 247.000 km2 und
nimmt damit fast die Hälfte des Staatsgebietes Paraguays
ein. Allerdings leben hier lediglich 3% der Gesamtbevölkerung.
Der Großteil davon, d.h. mehr als die Hälfte, sind
Indianer. Seit Urzeiten bewohnen verschiedene Stämme als
Jäger und Sammler das trockene, teils lebensfeindliche Gebiet.
Die 17 Indianerstämme Paraguays
Noch heute leben in Paraguay 17 verschiedene Indianerstämme,
die meisten davon im Chaco. Insgesamt, so schätzt man, sind
es fast 50.000 Indianer, die es heute noch in Paraguay gibt.
Viele der 17 Stämme, die insgesamt neun verschiedenen Ethnien
angehören, leben sehr zurückgezogen und vielfach noch
immer recht traditionell. Im nördlichen Teil des Chacos
an der Grenze zu Bolivien und Brasilien gibt es sogar noch Stämme,
die ohne jeglichen Kontakt zur Außenwelt leben und
noch immer hält sich das Gerücht, daß weitere,
bislang noch unentdeckte Indianerstämme in den Wäldern
Südamerikas existieren. Ein Hinweis darauf: Im August 2007
wurden im Gebiet der Ayoreo frische Fußspuren und noch
glühende Kochstellen in einem bislang noch unberührten
Waldgebiet gefunden.
Indianer im Chaco der Westen und Norden Paraguays
Mehr als 40.000 der 50.000 in Paraguay lebenden Indianer haben
die größte Dornenbusch-Savanne Südamerikas als
ihr Zuhause gewählt. Sie leben dort schon seit Urzeiten
oder sind vor vielen Jahren aus anderen Teilen Südamerikas
dorthin ausgewandert. Die zwei größten Stämme
im zum Teil lebensfeindlichen Chaco sind mit je 12.000 Indianern
die Nivaclé und die Enlhet. Ein anderer mit 2.000 Indianern
weitaus kleinerer Stamm, der im nördlichen Chaco an der
Grenze zu Bolivien lebt, ist der der Guaraní-Ñandeva
zweifelsohne jedoch der Stamm mit dem bekannsten Namen,
ist doch Guaraní neben Spanisch zweite offizielle Landessprache,
und heißt auch die Landeswährung Guaraní. Die
einst sehr kriegerischen und stolzen Guaraní-Indianer,
vor mehr als 500 Jahren von den Inka-Truppen besiegt und unterworfen,
sind heutzutage in drei unterschiedliche Gruppen gespilttet:
In die besagten, im Chaco lebenden Guaraní-Ñandeva,
und in die im Osten Paraguays an der Grenze zu Brasilien lebenden
Avá-Guaraní sowie Mby-á-Guaraní.
Die Ayoreo
Die Ayoreo leben in viele unterschiedlich aufgeteilte Unterstämme
im nördlichen Chaco an der Grenze zu Bolivien und Brasilien.
Der meistisolierte ist der Stamm der Ayoreo-Totobiegosode, was
soviel wie Leute im Land des wilden Schweins bedeutet.
Noch heute gibt es Ayoreo-Gruppen, die überhaupt keinen
Kontakt zur Zivilisation haben. Das erste Mal überhaupt
in Kontakt mit dem weißen Mann kamen die Ayoreo
erst in den 1940er und 1950er Jahren, als die Mennoniten, ausgewandert
aus Europa, den Chaco besiedelten. Damals kam es wegen territorialer
Ansprüche zu Kämpfen und Toten auf beiden Seiten. Noch
heute jagen die Ayoreo in den Wäldern des Chaco, um sich
zu ernähren. Dabei benutzen sie beinahe primitiv wirkende,
kleine, aber sehr stabile Holzspeere. Mit diesen töten sie
Pekaris, eine Art Wildschwein, das extrem aggressiv
und angriffslustig ist. Gejagt wird in Gruppen. Die Jäger
provizieren das Pekari, sodaß es auf einen von ihnen losgeht.
Beim Angriff auf den Jäger spießt sich das Wildschwein
dann quasi selbst auf, wenn es in den Speer hineinrennt. Ist
das Pekari erst einmal verwundet, stürmen die anderen Jäger
herbei und erledigen den Rest. Eine nicht ungefährliche
Art zu jagen, bei der es häufig auch zu tödlichen Unfällen
auf Seiten der Jäger kommt. Neben den Pekaris, wildem Honig
und Insektenlarven, stehen bei den Ayoreo vor allem auch die
im Chaco häufig vorkommenden Schildkröten auf dem Speiseplan.
Bei den Ayoreo teilen sich jeweils vier oder fünf Familien
zusammen eine Hütte. Die Hütten sind aus Holz und Lehm
gebaut, drinnen schlafen tun die Ayoreo allerdings nur, wenn
es regnet. Das wichtigste Ritual der Ayoreo ist seit Urgedenken
das zum Beginn der Regenzeit. Der erste zu hörende Schrei
der Nachtschwalbe läutet eine einen ganzen Monat lang dauernde
Zeremonie ein. Lange Zeit waren die Ayoreo wegen ihrer Wildheit
gefürchtet. Heute leben sie sehr zurückgezogen in den
Wäldern des Nord-Chaco. Bis heute gibt es im Gebiet um den
Cerro León herum noch vereinzelte Stammesgruppen, die
ohne Kontakt nach außen hin leben. Im August 2007 wurden
im Ayoreo-Gebiet zudem frische Fußspuren und noch glühende
Kochstellen in einem bislang unberührten Waldgebiet gefunden
Hinweise auf einen noch unentdeckt lebenden Indianerstamm.
Die Yshir
Drei Kilometer südlich von Bahia Negra, dem letzten größeren
Ort im nördlichen Chaco, liegt Puerto Diana, das Dorf der
Yshir. Die Yshir leben unter extremen Bedingungen im heißen,
trockenen Nord-Chaco direkt an der Grenze zu Brasilien und dem
riesigen Sumpfgebiet Pantanal. Temperaturen von weit über
40 Grad sind hier keine Seltenheit. Der Pantanal ist das weltweit
größte Feuchtgebiet, das in regelmäßigen
Abständen überflutet wird. In der Zeit von Dezember
bis Mai kann diese Region z.B. nur mit einem Boot erreicht werden.
Dafür kommen im Pantanal auf jeden Quadratkilometer mehr
verschiedene Tierarten als in irgendeiner anderen Region der
Welt! Vor allem Vögel sind hier zu Hause, darunter der größte
Storch der Welt, der Jabiru. Die Yshir leben in den
an Puerto Diana angrenzenden Sümpfen vor allem vom Fischfang,
von der Jagd und dem Sammeln von wildem Honig.
Die Chamacoco
10 km südlich von Bahia Negra, in der Region um Puerto La
Esperanza, leben die Chamacoco an den Ufern des Río Paraguay.
Die letzten gut 2.600 noch lebenden Stammesangehörigen dieses
Volkes sind heute wie früher noch immer hervorragende Jäger
und Fischer. Von der paraguayischen Regierung verfolgt, vertrieben
und immer weiter in den Chaco hinein zurückgetrieben, haben
sich die Chamacoco seit den 1980er Jahren vor allem auf die Herstellung
und Verarbeitung von Wildtierfellen spezialisiert.
Die Nivaclé
Nivaclé bedeutet in der Sprache der Indianer
soviel wie Mann. Die Nivaclé sind mit fast
12.000 Indianern heute der größte Stamm im Chaco.
Bis vor 50 Jahren lebten die Nivaclé noch als Halbnomaden
in großen Familienverbänden, die ihre Quartiere, sprich
ihre Grashütten, immer in Nähe der wichtigsten Nahrungsquelle
aufgebaut haben. Heute leben die Nivaclé im südlichen
Chaco an den Ufern des Flusses Pilcomayo hauptsächlich vom
Fischfang und dem Sammeln von Waldfrüchten und Honig. Jagen
tun sie, wie andere paraguayische Indianerstämme noch immer,
heutzutage nicht mehr. Dafür schaffen sie sich durch Brandrodung
kleine Flächen, auf denen sie Mais und Paraguays Hauptnahrungsmittel
Manioka anbauen. Seit jeher haben die Nivaclé großes
Geschick in der Herstellung ihrer Handwerkskunst bewiesen. So
sind die Nivaclé-Männer geschickte Holzschnitzer.
Für ihre feinen Holzschnitzereien verwenden sie vor allem
kleine Äste des im Chaco wachsenden Palosantobaumes, die
sie beim suchen von Brennholz finden. Für die Herstellung
ihrer Holzschnitzereien verwenden die Nivaclé meist einfachste,
oft fast schon primitiv wirkende Werkzeuge. Die Nivaclé-Frauen
sind ausgezeichnete Weberinnen. Sie stellen hochwertig verarbeitete
Ponchos, Decken und Wandschmuck aus Schafwolle her alles
in Handarbeit. Die Fasern für die Muster der Stoffe werden
dabei aus den Blättern der Caraguatá-Pflanze gewonnen.
Die Farben werden ebenfalls aus Pflanzen hergestellt: der Blauton
z.B. wird aus der Rinde des Carupaybaumes gewonnen, das Harz
des Johannisbrotbaumes liefert braune, graue und schwarze Töne.
Violett stellen die Nivaclé aus den Schoten des Guayacan
her, dunkelrot aus den Wurzeln des Algarrobilla. In der Gemeinschaft
der Nivaclé gehört alles allen, d.h. individuellen
Besitz kennen die Stammesangehörigen nicht.
Die Enlhet
Wie die Nivaclé, besteht auch der Stamm der Enlhet heute
noch aus ungefähr 12.000 Indianern. Auch die Enlhet waren
einst Jäger und Sammler, die sich vor allem auf die Jagd
nach Sumpfhirschen und dem weltgrößten Nagetier, dem
Capybara-Wasserschwein, spezialisiert haben. Heute,
nachdem es große Teile der Wälder im paraguayischen
Chaco nicht mehr gibt, reicht die Jagd allein nicht mehr aus,
um den ganzen Stamm zu ernähren. So versuchen sich die Enlhet
nun im Verkauf ihrer fein gearbeiteten Kunsthandwerke.
Die Toba Qom
Auch die Toba Qom leben im Chaco, direkt an den Ufern des Río
Paraguay. Zumindest ca. 1.400 von ihnen der Rest ihres
Stammes lebt in Argentinien. Die Toba Qom sind in einer Hinsicht
einzigartig: Sie sind der erste Indianerstamm überhaupt,
der keinen männlichen, sondern einen weiblichen Häuptling
hat und davon gleich zwei! Julia Escobar und Maria Domingez
sind seit kurzer Zeit Stammesführerinnen der Toba Qom, die
hauptsächlich vom Fischfang aus den Teichen im Hinterland
des südlichen Chacos und vom Honig sammeln leben.
Andere, die meisten davon vor langer Zeit aus anderen Gebieten
in den Chaco eingewanderten, Stämme sind die der Sanapaná,
Toba-Maskoy, Guarayo, Angaité und Choroti-Manjuy. Eine
Ausnahme unter den im Chaco lebenden Indianerstämmen bilden
die Maka sie sind nicht in den Chaco ein-, sie sind aus
dem Chaco ausgewandert.
Die Maka
Einer der bekannsten heute noch existierende Indianerstämme
in Paraguay ist der der Maka. Die Maka leben heute allerdings
nicht mehr wie einst im Chaco. Sie sind in den 30er Jahren in
die Nähe der Hauptstadt Asunción an die Grenze zu
Argentinien umgesiedelt. In der historischen Übersetzung
bedeutet Maka soviel wie eigentlich unseres. Haupteinnahmequelle
des Stammes, der sich traditionell von der Jagd ernährt
hat, ist heute der Verkauf von Souvenirs. Noch heute geben die
Maka ihr Wissen um Web- und Flechttechniken von Generation zu
Generation weiter. Dem Häuptling unterstehen auch heute
noch alle in Paraguay lebenden Maka, das Häuptlingsrecht
wird seit jeher weitervererbt. Bei Festen werden alte, traditionelle
Tänze getanzt, die als Erbe der Vorfahren eine tiefe religiöse
Bedeutung haben. So symbolisieren die Gesänge dabei z.B.
das Flüstern des Waldes, den Schrei eines
Vogels und das Krachen des Donners.
Indianerstämme im Süden und Osten Paraguays
Nicht nur im Chaco, auch im Süden und im Osten Paraguays,
an der Grenze zu Brasilien und Argentinien, leben heute noch
verschiedene Indianerstämme, so z.B. die Avá-Guaraní
und Mby-á-Guaraní, die Aché und die Pai
Tavyterá.
Die Guaraní
Die Guaraní sind zweifelsohne die bekanntesten Indianer
Paraguays. Ihre Sprache ist heute neben Spanisch zweite offizielle
Landessprache, und auch die Landeswährung Paraguays heißt
Guaraní. Das Wort Guaraní bedeutet
in der Übersetzung Krieger, und kriegerisch
waren sie einst, die Guaraní, die vor mehr als 500 Jahren
von den Inka-Truppen besiegt und unterworfen wurden. Heutzutage
ist der Stamm der Guaraní in drei unterschiedliche Gruppen
gespilttet: In die im Chaco lebenden Guaraní-Ñandeva
sowie in die im Osten Paraguays an der Grenze zu Brasilien lebenden
Avá-Guaraní sowie Mby-á-Guaraní.
Bereits vor Ankunft der spanischen Eroberer existierten im
heutigen Paraguay indianische Straßennetze angelegt
von den Guaraní-Indianern. Die Bezeichnung der heute meist
in Vergessenheit geratenen Wege und Pfade lautet Tapé
Avirú, was sich in etwa mit gemütlicher
Weg übersetzen läßt. Wo genau entlang die
alten Pfade der Guaraní geführt haben, ist heute
nicht mehr bekannt, sicher aber ist, daß sie von den Iguazú-Wasserfällen,
die heute zu Brasilien und Argentinien gehören, durch die
Berge von Ybytyruzú ins Landesinnere von Paraguay bis
hin zum Cerro Yaguarón, was soviel wie großer
weißer Hund bedeutet, führten. Bis heute gibt
es entlang dieser Wege noch immer unentschlüsselte Felsmalereien
und Steininschriften, so z.B. bei Itá Letra, was in der
Sprache der Guaraní für Stein und Inschrift
steht, im Ybytyruzú Gebirge und bei Cordillera Amambay
im Nationalpark Cerro Cora an der Grenze zu Brasilien. Ob die
Inschriften tatsächlich von Indianern stammen, ist bis heute
nicht geklärt vielfach wird spekuliert, daß
es sich bei den gefundenen Felsmalereien um die von Wikingern
oder Phöniziern handeln könnte! Das jedoch würde
bedeuten, man müßte die Geschichtsbücher umschreiben,
denn dann war Kolumbus nicht der Erste, der Südamerika entdeckt
hat! Doch das ist ein anderes Thema ...
Ende des 16. Jahrhunderts, knapp 100 Jahre nach der offiziellen
Entdeckung Südamerikas durch Kolumbus, kamen die Jesuiten
in das Gebiet des heutigen Paraguay. Im Laufe der Zeit gründeten
sie in Paraguay, Argentinien und Brasilien insgesamt mehr als
30 Reduktionen, in denen sie zusammen mit jeweils 4.000 bis 10.000
Indianern lebten. 1767 wurde der Jesuiten-Orden vom Papst aufgehoben
und vom spanischen König Carlos III. gewaltsam zerschlagen.
In den Jesuiten-Reduktionen, die vor allem auch einen Schutz
vor den regelmäßig ins Land einfallenden brasilianischen
Sklavenjägern, den sog. Mameluken, darstellten, entwickelten
die Indianer im Laufe der Jahre ein ausgesprochen ausgefeiltes
kunsthandwerkliches Geschick. Wie sich herausstellte, waren sie
nicht nur talentierte Steinmetze, Holzschnitzer und Schmiede,
sie beherrschten zudem die Kunst der Ziegelbrennerei, der Glockengießerei,
Weberei sowie der Leder- und Silberverarbeitung. Zu welchen Leistungen
die Guaraní-Indianer seinerzeit bereits fähig waren,
belegen die von der UNESCO zum Weltkulturerbe erklärten
Ruinen von Trinidad del Paraná (1706) und Jesús
de Tabarangué (1685) im Süden Paraguays heute noch
sehr eindrucksvoll!
Die Aché
Ein Stamm, der neben den Guaraní im Osten Paraguays nahe
der Grenze zu Brasilien lebt, ist der der Aché. Die Aché-Indianer
haben lange Zeit, ähnlich den Guaraní, wild gelebt,
wurden in den 1970er Jahren jedoch vielfach verfolgt und fast
ausgerottet. Aus diesem Grund leben die Aché heute noch
sehr zurückgezogen. Um ihren urtümlichen Lebensstil
beibehalten zu können, haben sie die Erlaubnis vom paraguayischen
Staat, in ihrem Lebensraum jagen und fischen zu dürfen.
Gejagt wird vor allem mit Pfeil und Bogen auch heute noch.
Beutetiere sind Tapire, Kapuziner-Äffchen, Waschbären,
Hirsche, Gürteltiere und Eidechsen. Dazu kommen wilder Honig
und Insektenlarven. Die Aché jagen in Gruppen. Die Jäger
ziehen zusammen los, teilen sich auf, gehen aber nur soweit auseinander,
daß sie sich jederzeit durch Rufen oder Pfeifen miteinander
verständigen können. Äxte verwenden die Aché
nicht zum Jagen mit ihnen werden vor allem Bäume
geschlagen. Die Aché sind eng verwandt mit den paraguayischen
Guaraní-Indianern. Auch wenn die Aché schon früher,
zur Zeit ihrer Entdeckung im 16. Jahrhundert durch die Jesuiten,
als weitgehend friedlich eingestuft wurden, waren sie schon damals
als Kannibalen bekannt. Die Aché leben in kleine mit eigenem
Dialekt sprechende Gruppen aufgeteilt. Ihre Lebensweise galt
und gilt auch heute noch als extrem einfach. Die ersten Aufzeichnungen
zu den Aché stammen aus dem 16. Jahrhundert. Wirklich
befriedet wurde der Stamm jedoch erst in den 1960er
Jahren. Bis dahin waren die Aché Paraguays letzte große
Gruppe von Indianern, die noch keinen Kontakt zur Außenwelt
hatten.
Die Silbícola
Ein bislang wenig erforschter Indianerstamm sind die Silbícola.
Sie leben in den teils noch sehr ursprünglichen Urwäldern
Paraguays. Ein Besuch des Stammes wird jedoch als gefährlich
eingestuft.

|