Aktuelle Rundschau
Paraguay (= AR)

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Gründungsvertrag der UNASUR unterzeichnet
Am 23. Mai 2008 wurde in Brasilia der Gründungsvertrag der Union der südamerikanischen Staaten (UNASUR) von den Staatschefs der unabhängigen südamerikanischen Ländern unterschrieben. Paraguay ist Gründungsmitglied. Augenblicklich wird diese neue internationale Organisation von der chilenischen Präsidentin Michelle Bachelet geleitet. Federführend waren bei dieser Initiative der brasilianische Präsident sowie sein venezolanischer Kollege, der in dem Projekt eine Verwirklichung seiner „bolivarianischen“ Initiativen sieht.
Aktuelle Rundschau, 08.06.2008
    
 Ein Priester nächster Präsident
Es ist in Wirklichkeit ein ehemaliger Priester, Fernando Lugo, der sich mit einem Rücktrittsbrief aus dem Priesterstand verabschiedete – er war (katholischer) Bischof in der Diözese San Pedro – und beschloß, Politiker zu werden. Sein Abschied von der lebenslangen Verpflichtung, ein Priester zu sein, ist innerhalb der katholischen Kirche umstritten, auch in der Bischofskonferenz des Landes scheinen nicht alle Bischöfe einer Meinung zu sein.
Aktuelle Rundschau, 22.04.2008

Rinderzüchtervereinigung gegen MERCOSUR-Mitgliedschaft von Venezuela
Die Äußerungen des venezolanischen Präsidenten Hugo Chávez gegen private Milchproduzenten seines Landes sorgen im MERCOSUR für Aufregung. Der Vorsitzende der paraguayischen Rinderzüchtervereinigung ARP, Alberto Soljancic, der ebenfalls Vorsitzender der Rinderzüchtervereinigungen des MERCOSUR (FARM) ist, spricht sich gegen die Mitgliedschaft Venezuelas im Gemeinsamen Markt aus.
Aktuelle Rundschau, 28.01.2008
    

(MERCOSUR [= UNASUR] ist das südamerikanische Gegenstück der in Ausführung begriffenen Nord-Amerikanischen Union = NAU [selbstverständlich "politisch korrekt" ohne Wähler-Auftrag!] mit der neuen Währung AMERO, die bereits fleißig gedruckt wird und die bisherigen ablösen soll! "Nachtigall, ick hör dir tappsen!" Zuerst der "Gemeinsame Markt" wie in Europa und USA/Canada/Mexico (z.B. GATT, FTA, NAFTA, FTAA, SPP usw. usf.), der Afrikanischen Union und der Asiatischen Union, dann die "Segnungen" der Neuen Weltordnung NWO = One World - One Slum!)
    
Kein Vertrauen in die Polizei

Nach einer Medienumfrage würde ein großer Teil der Paraguayer niemals der örtlichen Polizeiwache Bescheid geben, wenn die Familie für einige Tage das Haus verläßt.
Die meisten Befragten antworteten den Reportern mit einem spöttischen Lachen. "Nie im Leben, die Polizei ist doch die erste Ganovenorganisation im Land. Ich sage höchstens meinem Nachbarn Bescheid", erklärte ein Bürger einer Nachbarstadt von Asunción.
Obwohl die Umfrage nicht als representativ angesehen werden kann, ist das allgemeine Mißtrauen gegenüber der Polizei doch für den Einwanderer, der schon etwas länger im Land lebt, eine bekannte Tatsache und täglich erneut spürbar. Zwar wird immer wieder betont, daß es auch "gute" Polizisten gäbe, daß jedoch eine große Anzahl nur darauf aus sei, bei gefaßten Banditen erst einmal abzukassieren. Auch bei Haussuchungen werde jedes Mal etwas geschnappt und mitgenommen. Und bei gestohlenen Autos sei oftmals die Polizei direkt verwickelt, meinen viele Bürger.Ein anderer Autobesitzer gibt an: "Um dein Auto wiederzufinden, mußt du zuerst mal bezahlen. Einige von der Polizei wollen direkt die Hälfte des ungefähren Wertes des gestohlenen Wagens einkassieren, um den Wagen 'sofort' zu finden."
Selbst in dieser Organisation, in der immer versucht wird, in falsch verstandenem Korpsgeist den Kollegen zu schützen, ließ sich auf die Dauer nicht mehr verheimlichen, daß viele Polizisten in Diebstahl und Raub verwickelt waren. So mußten vor kurzer Zeit 75 Polizeibeamte entlassen werden, von denen 10 mit der Höchststrafe belegt wurden, weil sie direkt an Morden und Überfällen beteiligt waren. In anderen Fällen wird berichtet, daß mehrere Unteroffiziersdienstgrade der Polizei als mutmaßliche Autoräuber festgenommen wurden. In einem Fall wurde ein Unteroffizier von Zeugen erkannt, der mutmaßlich an einem Raubüberfall auf eine Tabakfabrik beteiligt war, wo 84 Mio. Guaranies mitgenommen wurden.
Beispielhaft ist auch der Fall eines Deutschen in der kleinen Stadt Limpio in der Nähe von Asunción. Der besitzt ein Grundstück, das 200 m von der örtlichen Polizeiwache entfernt ist. Jedes Mal erstattete er Anzeige, doch spricht er kein Spanisch, nur Deutsch und Englisch, sodaß die Polizisten ihn nicht verstanden oder jedenfalls angaben, daß sie nichts verstanden hätten.
In der Strömung der Unsicherheit gibt es jeden Tag mehr Stacheldraht in den Städten zu sehen. Und zwar auf den Mauern, die hier üblicherweise die Grundstücke umgeben. In vielen Fällen ist der Stacheldraht auch noch mit elektrischem Strom versehen, um die Räuber abzuschrecken. Andere Hausbesitzer halten sich zwei oder mehrere Hunde, von denen sie sich Schutz erhoffen. Gleichzeitig blüht das Geschäft der Wach- und Schließgesellschaften, von denen die Nationalpolizei angibt, daß diese Firmen heute an die 6.000 Mann beschäftigen. In jeder Straße der Wohnviertel der Hauptstadt kann man sie sehen, mit Phantasieuniform und meistens bewaffnet. Die Polizei hat die statistischen Angaben, weil derartige Firmen eingeschrieben werden müssen. Doch selbst die Polizei gibt an, daß es wahrscheinlich noch mehrere Organisationen gibt, die das Einschreiben "vergaßen". Man geht wohl nicht fehl, wenn man annimmt, daß im ganzen Land mehr als 7.000 private Wachleute das Eigentum wohlhabender Bürger beschützen. Zum Vergleich: Die gesamte Nationalpolizei, einschließlich Büropersonal, hat eine Mannschaftsstärke von 12.000 Mann. Das Heer dürfte mit Rekruten, allen Ausbildern und Generalen kaum über mehr als 8.000 Mann verfügen.
Aktuelle Rundschau, 10. April 2005, Seite 6
    
Verkehrspolizisten wollen nur Trinkgelder
CAAGUAZA (AR) Ende März wurde der deutsche Staatsbürger Reinhold Siegfried Fitzek in der kleinen Stadt J. A. Saldivar von einem Verkehrspolizisten angehalten, der bemängelte, daß das auf dem Feuerlöscher vermerkte Verfallsdatum überschritten war.
Fitzek betont, dass er einen anderen Feuerlöscher dabei hatte, allerdings im Kofferraum. Der Polizist habe jedoch sofort den Strafzettel ausgeschrieben, ohne seine Erklärung anzuhören. Der habe sich überhaupt hochnäsig und anmaßend benommen. Fitzek fuhr zur Stadtverwaltung, um sich zu beschweren, traf jedoch nur die Raumpflegerin an. "Hier arbeiten die doch nur von 7.00 bis 12.00 Uhr", erklärte ihm die Frau. Bei einer Unterredung mit dem Bürgermeister am folgenden Tag protestierte Fitzek, er habe so viele andere Fahrzeuge in schlechtem Zustand, sogar ohne Nummnernschild gesehen, die jedoch niemand anhalte. Anscheinend sei die Verkehrspolizei nur an "Nebeneinnahmen" interessiert.
Der Bürgermeister kündigte eine interne Untersuchung an, da der Polizist sich offenbar anmaßend benommen habe. Auch soll dieser Verkehrspolizist inzwischen vom Dienst suspendiert worden sein. Doch ein vom Polizisten einbehaltenes Dokument, welches das Fahrzeug zur Teilnahme am Straßenverkehr befähigt, die so genannte "habilitacion", wurde Fitzeck von der Stadtverwaltung nicht zurückgegeben. Daß in der paraguayischen Verfassung steht, daß keine Behörde Dokumente der Bürger einbehalten darf, ist vielleicht in der Stadtverwaltung nicht bekannt.
Fitzek mußte inzwischen mehrere Male von seinem Wohnsitz in Mariano Roque Alonso bis J. A. Saldivar fahren, weil die Herausgabe der "habilitacion" sich verzögerte. Man erklärte ihm, er solle zuerst einmal die Strafe bezahlen, den Einkaufsbeleg seines neuen Feuerlöschers vorlegen, und dann könne man ihm den gezahlten Betrag der Strafe zurückgeben.
Fitzek erstattete inzwischen Anzeige bei der Fernstraßenpolizei, wobei man ihm erzählte, daß die Fernstraßenpolizei die alleinige Aufsicht auf den Fernstraßen - auch innerhalb der Ortschaften - wahrzunehmen habe. Fitzek erbat von der Fernstraßenpolizei, in Zusammenarbeit mit der Staatsanwaltschaft, den Fall zu verfolgen.
Aktuelle Rundschau, 25. April 2005, Seite 6
    
Liebespärchen ziehen plötzlich die Pistole
Asunción (AR) "Es soll niemand überrascht sein, wenn plötzlich ein Liebespärchen die 9 mm zieht", sagt Innenminister Rogelio Benítez, der angesichts der zunehmenden Unsicherheit in der Stadt eine neue Idee hatte.
Nachdem besonders die sogenannten "Peajeros" gerade in der letzten Zeit wieder einige Opfer mit Stich- und Feuerwaffen traktierten, mußte sich der Innenminister etwas einfallen lassen, da es in Asunción kaum noch ratsam ist, in der Nacht allein in den Randgebieten zu Fuß unterwegs zu sein. Bei den "Peajeros" handelt es sich um junge Straftäter, die eine "Maut" (Peaje = Maut) von Passanten einziehen. Weigert sich jemand, kann es schlimm ausgehen.
Die Antwort des Innenministers auf diese Bedrohung ist, daß junge Politessen und junge Polizisten in Zivilkleidung in den gefährdeten Gebieten spazierengehen sollen. Dabei sollen sie so tun, als ob sie ein Pärchen seien - und dann plötzlich die 9 mm sprechen lassen, wenn es notwendig ist. Unbekann ist, ob der Minister innerhalb der Nationalpolizei genügend Beamtinnen und Beamte fand, die sich für einen derartigen nächtlichen Dienst bereit finden würden. Von konkreten Fällen, daß derartige Streifen nächtliche Übeltäter dingfest machen konnten, ist noch nichts bekannt geweorden.
Aktuelle Rundschau, 10. Juni 2005, Seite 12
    

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