Sonstige Stimmen
   

   
Das Schweigen der Medien

Massenmedien sind längst nicht mehr die Diener der Öffentlichkeit. Sie sind zu Dompteuren mutiert, welche die Meinung des primitiven Wesens "Volk" zu trimmen haben, auf daß es brav "Männchen" mache oder lautstark mit den Zähnen fletsche - wie es den an den Schaltstellen der Macht sitzenden "Zirkusdirektoren" eben gerade beliebt. Das gilt besonders für Amerika.
Deshalb veröffentlicht eine kleine kalifornische Universität jedes Jahr eine Rangliste der wichtigsten Meldungen, welche die amerikanischen Medien nicht publizierten. Diese Liste nennt sich Project censored ("Projekt Zensur") und wird mit viel Aufwand von Experten und Studenten der Sonoma State University zusammengestellt. Knapp tausend Berichte aus aller Welt prüft man so auf ihre Wichtigkeit und die Beachtung, die sie von den US-Medien erhielten. Die 25 offensichtlichsten Beispiele von Medienzensur werden dann im aktuellen Jahrbuch veröffentlicht. Wir publizieren hier ausgewählte Beispiele des Jahrbuchs 2001, die von globaler Bedeutung sind:

Novel Food kann die Gesundheit gefährden
1998 führte Dr. Arpad Pusztai am Rowett-Forschungsinstitut im schottischen Aberdeen die erste unabhängige Studie über genmanipulierte Nahrungsmittel durch, die nicht von der Industrie gesponsert wurden. Ratten, die mit genmanipulierten Kartoffeln gefüttert wurden, wiesen Organdegenerationen und Gehirnschäden auf. Pusztai trat mit seinen schockierenden Ergebnissen sogar im britischen Fernsehen auf. Wenig später wurde er jedoch von seinem Chef, dem Direktor des Rowett-Instituts, kurzerhand gefeuert. Seine Arbeiten wurden unter Verschluß gebracht und sechs ähnlich gelagerte Studien abgebrochen. Später kam heraus, daß der US-Konzern Monsanto kurz vor Pusztais TV-Interview eine Spende von 224.000 US-Dollar an das Rowett-Institut gemacht hatte.

UN-Partnerschaft mit Großkonzernen
Die Vereinten Nationen möchten sich wirtschaftsfreundlicher geben. Deshalb gehen UN-Organisationen Partnerschaften mit multinationalen Unternehmen wie McDonalds's, Disney, Dow und Unocal ein. Damit will man das Wohlwollen der USA auf sich ziehen und hofft, so mehr finanzielle Unterstützung aus privaten Kreisen für die entsprechenden UN-Organisationen zu erhalten. Leider wird manchen der umworbenen Konzernen von Menschenrechtsorganisationen vorgeworfen, Arbeitsrechte mit Füßen zu treten. Diese Gruppierungen stellen besorgt die Frage, ob die UNO unter solchen Umständen überhaupt noch in der Lage sein wird, ein Gegengewicht zu diesen globalen Wirtschaftsgiganten zu bilden.

Die WTO ist illegal
Die Welthandelsorganisation WTO ist das wichtigste Druckmittel, der multinationalen Konzerne, um sich über die Wirtschafts- und Sozialpolitik der Nationalstaaten hinwegzusetzen. (Beispiel: 1995 klagt der Babynahrzungskonzern Gerber Guatemala vor dem privaten WTO-Tribunal an, weil die Regierung ein Gesetz erlassen hatte, das die Mütter zum Stillen mit der Brust anregen sollte. Mit diesem Gesetz, so argumentierte Gerber, schädige Guatemala die Absatzmöglichkeiten von industrieller Babynahrung. Die Regierung bekam Angst und änderte das Gesetz "freiwillig" ab.)
Die WTO widerspricht der Deklaration der Menschenrechte und neutralisiert UN-Behörden wie beispielsweise die International Labor Organization. Die WTO-Verträge wurden 1994 in Marokko hinter verschlossenen Türen ausgehandelt und von keiner Regierung for5mal ratifiziert. Heute sind die WTO-Bestimmungen Internationales Recht,das über der nationalen Gesetzgebung steht, obwohl bei ihrer Entstehung sämtliche demokratischen Regeln vernachlässigt wurden.
(Quelle: Michel Chossudovsky: Seattle and Beyond: The Illegality of the WTO. www.caq.com)

Petkau-Effekt einmal mehr bestätigt
Wann immer hitzig über Grenzwerte duskutiert wird, wollen die Behörden der Bevölkerung weismachen, daß sehr geringe Dosen an chemischen Giften oder Strahlungswerten - die eben "unterhalb der gesetzlichen Grenzwerte" liegen - für die Gesundheit unbedenklich seien. Immer wieder wurden diese Behauptungen Lügen gestraft. Studien aus den USA belegen dies erneut. Bereits winzigste Chemikalienrückstände im Trinkwasser oder in den Lebensmitteln können das natürliche Hormongleichgewicht im Körper massiv stören. So wurden beispielsweise nur schon geringe Spuren von Dioxin, DDT und anderen Chemikalien für neurologische und Immunprobleme, Entwicklungsstörungen und Lernschwierigkeiten sowie Geburtsfehler und Unfruchtbarkeit verantwortlich gemacht. Gemäß Dr. Pete Myers, Co-Autor von Our Stolen Future (Unsere gestohlene Zukunft), treten diese Schädigungen bereits auf, wenn die gesetzlichen "Grenzwerte" eingehalten werden.
Nicht von der Industrie gekaufte Wissenschaftler weisen seit Jahrzehnten auf die Tatsache des sogenannten Petkau-Effekts hin: Dieses wichtige Naturgesetz besagt nämlich, daß eine geringe Dosis Gift oder Strahlung über lange Zeit viel schädlicher wirkt als eine hohe Dosis über kurze Zeit. Deshalb sind gesetzlich erlaubte, kaum meßbare Langzeitbelastungen so schädlich.

Schlußgedanken
Soweit einige Auszüge aus dem von der kalifornischen Sonoma-Universität zusammengestellten Jahrbuch 2001 über die wichtigsten Meldungen, die der amerikanischen Zensur zum Opfer gefallen sind. Auf ihrer Internetseite erkläten die Studenten ihr Engagement für dieses Jahrbuch mit Worten, denen man nur beipflichten kann: "Mit Project censored wollen wir auf ein zentrales Tghema hinweisen: Das Versagen der Massenmedien, die Menschen mit allen Informationen zu versorgen, die sie brauchen, um informierte Entscheidungen fällen zu können, die ihr eigenes Leben ebenso betreffen wie die Wahl an der Urne."

Mehr dazu unter: www.projectcensored.org.

(entnommen aus ZeitenSchrift, 2002, 2. Quartal)

 

 Fernando Lugo, Foto: AP

13. August 2008
Neuer Präsident in Paraguay:
"Das ganze Land ist meine Kathedrale"

Fernando Lugo: Seelsorge war ihm zu wenig

Der Vatikan suspendierte Fernando Lugo, als der Bischof in die politische Arena treten wollte. Nach einer Blitzkarriere wird der gemäßigte Linke nun Staatschef von Paraguay. Die Befreiungstheologie prägt sein Regierungsprogramm.Fernando Lugo wird am Freitag nach einem historischen Wahlsieg im April das höchste Staatsamt in Paraguay übernehmen. Es ist der erste demokratische Machtwechsel in der Geschichte des Landes. Mit zehn Prozentpunkten Vorsprung hatte der 57-jährige für eine Mitte-Links-Allianz klar gegen die Colorado-Partei gewonnen, die seit 61 Jahren regiert.
Der kräftig gebaute Theologe mit dem grauen Bart, der schon einmal kämpferisch die Faust hebt, hat mit einer politischen Blitzkarriere für Aufsehen gesorgt. 2004 war er von seinem Bischofsamt zurückgetreten, 2006 setzte er sich an die Spitze einer breiten Protestbewegung. Sie verhinderte eine Verfassungsänderung, die Präsident Nicanor Duarte eine Wiederwahl ermöglicht hätte.
Seinen endgültigen Einzug in die politische Arena gab Lugo mit folgenden Worten bekannt: "Von nun an wird das ganze Land meine Kathedrale sein." Daraufhin suspendierte der Vatikan den emeritierten Bischof vom Priesteramt. Monate später akzeptierte der Vatikan seinen Rücktritt, womit Lugo wieder Geschichte schreibt. Denn noch nie zuvor befreite die katholische Kirche einen Geistlichen von so einem hohen Amt. Lugo ist seitdem wieder Laie.

Der "Indianer-Bischof" als Lehrmeister
Geboren wurde Lugo 1951, drei Jahre vor Beginn der blutigen Diktatur von Alfredo Stroessner (1954-1989). Sein Onkel, ein Colorado-Politiker, der sich bald mit Stroessner überwarf, ging nach Haft und Folter ins Exil. Auch Lugos drei Brüder mußten Paraguay verlassen. Nachdem Fernando Lugo als Dorfschullehrer gearbeitet hatte, besuchte er das Priesterseminar. 1977 ging er als Steyler Missionar für fünf Jahre nach Ecuador, wo er die Befreiungstheologie kennenlernte. Sein Lehrmeister war der "Indianer-Bischof" Leonidas Proaño.
Nach einem Studium in Rom wirkte Lugo ab 1994 als Bischof der ländlichen Diözese San Pedro - just in den Jahren, in denen die Bauernbewegungen in Paraguay stark wurden. Der Bischof stellte sich auf die Seite der Landbesetzer, von denen Dutzende durch Auftragskiller der Großgrundbesitzer ermordet wurden. Das trug ihm ebenfalls Morddrohungen ein.

Befreiungstheologie im Praxistest
Lugo kam zu dem Schluß, daß seine seelsorgerliche Arbeit von unten nicht ausreichte. "Die Frage war, wie man die großen Forderungen durchsetzen könnte", sagt er. Politik sei ein wichtiges Werkzeug für einen echten Wandel. "Die Kirche bleibt wichtig, aber sie reicht nicht. Für mich sind Politik und Kirche zwei Seiten einer Medaille. In beiden Fällen geht es darum, die Menschenwürde, das Allgemeinwohl zu erlangen." Lugo übernahm den Ansatz der Befreiungstheologie in sein politisches Programm. Seine Regierung werde demokratisch sein, verspricht er, alle Bevölkerungsschichten sollen sich beteiligen.
Auch wenn er bisweilen als "roter Bischof" tituliert und in eine Reihe mit Venezuelas sozialistischem Präsidenten Hugo Chavez gestellt wird, liegt Lugo wo hl eher auf einer gemäßigten sozialdemokratischen Linie. Angesichts der Kräfteverhältnisse in Paraguay bleibt ihm auch kaum eine andere Wahl. Die ihm nahe stehenden linken Bauerngruppen sind ungleich schwächer als die Traditionspartei der Liberalen, die den Vizepräsidenten stellen wird. Etiketten jeder Art weist er von sich. Lugo will, daß Paraguay seinen eigenen Weg geht.

(Gerhard Dilger, epd)

Weitere Informationen in der Netzeitung:
http://www.netzeitung.de/politik/ausland/984637.html
http://www.netzeitung.de/politik/ausland/984057.html
  


Bild dem rechts stehenden Artikel entnommen.

Armen-Bischof erzwingt Machtwechsel in Paraguay

"Ich werde für die Armen und die Schwachen arbeiten, und dieses Land soll nicht mehr für seine Korruption bekannt sein."
  
Asunción
- Historischer Machtwechsel in Paraguay nach mehr als 60 Jahren: Der als Bischof der Armen bekannt gewordene Fernando Lugo hat die Präsidentenwahl mit 40,7 Prozent klar gewonnen und die seit 1947 ununterbrochen regierende Colorado-Partei dami in die Opposition verwiesen. "Ich werde für die Armen und die Schwachen arbeiten, und dieses Land soll für seine Ehrlichkeit und nicht mehr für seine Korruption bekannt sein", sagte der sozialdemokratisch ausgerichtete Politikneuling nach seinem Sieg vor zehntausenden Anhängern.
Als Präsident ist er zugleich Chef der Regierung. In der Hauptstadt Asunción feierten die Menschen das Ende der Hegemonie der Colorado-Partei. "Lugo hat Herz", sangen sie eines seiner Wahlkampflieder. Amtsinhaber Nicanor Duarte Frutos versprach eine geordnete Übergabe der Macht. Die Colorado-Kandidatin Blanca Ovelar kam auf etwa 31,1 Prozent und gestand ihre Niederlage ein. "Die Ergebnisse sind unumkehrbar, und wir erkennen den Triumpf Fernando Lugos an", sagte sie.
In beiden Kammern des Parlaments verfehlte Lugo mit einer Patriotischen Allianz für den Wandel (APC) jedoch eine Mehrheit und ist deshalb auf Bündnisse mit anderen Parteien angewiesen. Das Parlament spielt im paraguayanischen Präsidialsystem allerdings ohnehin nur eine nachgeordnete Rolle. Neben der Bekämpfung der Korruption hatte Lugo im Wahlkamp eine Agrarreform und eine gerechtere Verteilung der Gewinne aus dem gemeinsam mit Brasilien betriebenen Wasserkraftwerk Itaipú angekündigt. Bei diesem Vorhaben dürfte er allerdings auf erbitterten Widerstand der Großgrundbesitzer, Brasiliens und der Colorado-Partei stoßen. Die Colorado-Partei, die etwa eine Million Mitglieder hat und damit die mit Abstand größte Organisation des Landes ist, hatte es seit dem Ende der Diktatur des deutschstämmigen Alfredo Stroessner 1989 nicht geschafft, die Bedürfnisse der breiten Masse zu befriedigen. Obwohl Paraguay ein wichtiger Erzeuger unter anderem von Soja und Rindfleisch ist, deren Weltmarktpreise in den vergangenen Jahren explodiert sind, lebt die Mehrheit der 6,8 Millionen Einwohner des Landes in Armut.
Auch unter Duarte Frutos kam der Geldsegen aus den Agrarexporten nur einer kleinen Minderheit zugute. Zudem gab es immer wieder Skandale mit Politikern und ranghohen Beamten, die in öffentlichen Ämtern binnen kurzer Zeit große Vermögen anhäuften. Während Nachbarländer wie Argentinien und Uruguay sich in den vergangenen Jahren wirtschaftlich erholen konnten, kehrten immer mehr Paraguayer der wirtschaftlichen Not im Land den Rücken und wanderten aus, vor allem nach Spanien. (dpa/HA)
entnommen aus "Hamburger Abendblatt", 22. April 2008, Seite 4

   
Betreff: Regenwald / Paraquay

Stoppen Sie Cargill und retten Sie den Wald

Liebe Regenwald-Freundinnen und -Freunde,

in Paraguay wachsen mittlerweile auf 2,6 Millionen Hektar Soja-Monokulturen, das meiste davon bepflanzt mit gentechnisch modifizierter Soja. Angebaut wird es vornehmlich für den Export als Tierfutter oder Biokraftstoffe. Die Nachfrage nach Biokraftstoffen treibt die Preise für Soja nach oben, und Soja-Unternehmen wandeln deshalb gerade weitere 400.000 Hektar Land in Plantagen um. Die Folge sind eine massive Entwaldung, die dieses Jahr in den schlimmsten Waldbränden seit Beginn der Aufzeichnungen gipfelten und die Erderwärmung antreiben. Zudem werden deshalb zehntausende Menschen von ihrem Land vertrieben: 90.000 Familien allein während des letzten Jahrzehnts. Pestizid-Einsätze lösen Krankheiten und sogar Todesfälle in der Landbevölkerung aus, Auslaugung des Bodens und Wasserverschmutzung bedroht die Zukunft der Menschen.

Paraguayanische Sozial-Verbände bitten daher dringend um rasche internationale Unterstützung für zwei wichtige Briefkampagnen. Sie finden die Infos und Musterbriefe unter
http://www.regenwald.org

Bitte informieren Sie auch Freunde und Bekannte.

Vielen Dank und beste Grüßen!

Reinhard Behrend
Rettet den Regenwald e. V.
22337 Hamburg
Info@regenwald.org
http://www.regenwald.org

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