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In Paraguay und im Zusammenhang mit Paraguay ist Planung kaum
möglich. Ihre Planung müssen Sie in logische Einzelschritte
aufteilen und eine vernünftige Reihenfolge erstellen, um
das finanzielle Risiko so gering wie möglich zu halten.
Jeder einzelne Schritt sollte abgeschlossen sein, bevor der nächste
in Angriff genommen wird. Im Fall Ihres Auswanderns/Aussteigens
nach Paraguay könnte die Planung etwa folgendermaßen
aussehen:
Schritt 1: Machen Sie Urlaub in Paraguay, möglichst
lange. Informieren Sie sich ausgiebig über alles, was Sie
interessiert: Klima, Immobilien, Häuslebau, Papierkram usw.
Schritt 2: Während Ihres nächsten Urlaubs sollten
Sie versuchen, Ihre Pläne genauer zu bestimmen. Wo wollen
Sie wohnen? Brauchen Sie ein Grundstück?
Kümmern Sie sich um einen "Makler", der Ihnen
im nächsten Jahr Angebote - zu ortsüblichen Preisen!
- machen soll.
Schritt 3: Wenn Sie ein passendes Grundstück gefunden
haben, lassen Sie den Kauf von einem deutschsprachigen Notar
(oder in Anwesenheit eines beglaubigten Dolmetschers) beglaubigen
(Geldübergabe beim Notar!) und die Grundbucheintragung durchführen.
Das dauert so seine Zeit. Vergessen Sie die Landvermessung nicht.
Lassen Sie sich nicht dummschwätzen! Nachdem Sie die Grundbucheintragung
mit beglaubigter Übersetzung per Post erhalten haben, kommt
Schritt 4.
Schritt 4: Wenn Sie die Grundbucheintragung erhalten haben,
kümmern Sie sich um die notwendigen Dokumente für die
Immigration/Aufenthaltsgenehmigung.
Informieren Sie sich auch über Krankenkassen. Vielleicht
werden Sie als Mitglied nicht akzeptiert, weil Sie zu alt (Rentner)
oder nicht gesund genug (!) sind. Berücksichtigen Sie auch
die Prämien und die Leistungen: Es könnte sein, daß
die Leistungen abhängig sind von der Dauer Ihrer Mitgliedschaft.
Schritt 5: Wenn Sie alle Papiere zusammenhaben, führen
sie in Asunción die Immigration/Aufenthaltsgenehmigung
durch und fliegen anschließend zurück nach Hause.
Das dauert nämlich alles - offiziell mindestens sechs Monate.
Schritt 6: Haben Sie alle notwendigen Papiere erhalten,
fliegen Sie wieder nach Paraguay und erledigen alles Notwendige,
Konto, Telefon, Häuslebau usw. Zur Überwachung sollte
ein Familienangehöriger oder Vertrauensperson vor Ort bleiben.
Verlassen Sie sich nicht auf das "südamerikanische
Temperament". Der Beitritt zu einer Krankenkasse ist in
diesem Schritt sinnvoll. Beschaffen Sie sich eine "Wohnbestätigung"
durch die örtliche Polizei, Angabe von Zeugen wird gefordert.
Schritt 6: Ist Ihr Häusle im Rohbau fertig und alles
andere zur Zufriedenheit erledigt, erledigen Sie in Deutschland
den Rest und bereiten den Umzug vor. Voraussetzung für die
Verzollung in Asunción ist das Vorhandensein der Aufenthaltsgenehmigung.
Bei Ihrer Krankenkasse und dem Einwohnermeldeamt sollten Sie
sich erst jetzt abmelden, um später auftauchende Probleme
(z.B. mit der Krankenkasse) zu vermeiden. Der Umzug mit Sack
und Pack ist nicht ganz billig. Berücksichtigen Sie auch
die vielen Langfinger in Paraguay. Wichtige Dokumente sollten
Sie immer im Original "am Mann" haben und Kopien im
Umzugsgut. Vergessen Sie auch nicht, sich bei allen Steuerkassen
des Finanzamtes abzumelden, also Steuerkassen der Einkommensteuer,
der Gewerbesteuer, der Grundsteuer, der Kfz-Steuer und und und.
Einmal beim Finanzamt abmelden reicht nicht - vielleicht, weil
wir im Computer-, dem sogenannten Informationszeitalter leben?
Die staatliche Überwachung funktioniert trotz allem prächtig
- der "gläserne Mensch"! Mit der Abmeldebestätigung
des zuständigen Einwohnermeldeamtes (keine Kopie), paraguayischer
"Wohnbestätigung" und Paß sollten Sie bei
der Deutschen Botschaft in Asunción aufkreuzen.
Schritt 7: Haben Sie Immobilien oder sonstige Vermögen?
Erst nach Abschluß von Schritt 6 sollten Sie Ihr Vermögen
flüssig machen. Das gilt insbesondere für ein Haus
und eine Eigentumswohnung. Sie brauchen eine offene Hintertür,
damit Sie problemlos nach Deutschland zurückreisen können
für den Fall, daß es unerwartete Probleme gibt. Also
auf unbestimmte Zeit zwei Haushalte, die ungefähr 11.000
km voneinander entfernt sind, mit allen Nebenkosten! Und nicht
zu vergessen die vielen notwendig werdenden und nicht gerade
billigen Flugreisen hin und her und hin!
Wie Sie sehen, Köfferchen packen und ins Flugzeug klettern,
das reicht nicht. Sie müssen mindesten fünf Jahre einkalkulieren,
wenn Sie keinen Schiffbruch erleiden wollen. Ein Schelm, der
Ihnen etwas anderes erzählt! Es sei denn, Sie sind ein hochkarätiger
Steuerflüchtling - das klappt aber auch nicht immer, wie
den Zeitungen zu entnehmen ist!
Und vergessen Sie einen weiteren Gesichtspunkt nicht: Am
23. Mai 2008 wurde in Brasilia der Gründungsvertrag der
Union der südamerikanischen Staaten (UNASUR) von
den Staatschefs der unabhängigen(?) südamerikanischen
Ländern unterschrieben. Die EU ist das Musterbeispiel für
die UNASUR! In Paraguay werden deshalb die Preise kurzfristig
"angepaßt" - mit Ihrer Deutschen Mini-Rente (nicht
zu vergessen die seit Jahren laufenden Renten-Kürzungen!)
werden Sie dann nicht mehr weit kommen. Rufen Sie sich ins Gedächtnis
zurück, wie wir Deutschen mit dem TEURO über den Tisch
gezogen wurden und werden.
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