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Skizze von Mariscal Estigarribia und
westlichem Umland.
Die Koordinaten sind:
22° 01' 54.39" S
61° 01' 25.68" W.

Skizze von Rosaleda und Bockswiese.
Die Koordinaten sind:
22° 02' 36.50" S
60° 50' 35.85" W.

Skizze von Rosaleda.
Die Koordinaten sind:
22° 03' 07.77" S
60° 47' 46.64" W.
Die obigen Satelliten-Aufnahmen (und
von Ihrem Wohnort!) können Sie im Internet über Google Earth
kostenlos runterladen und sich selbst davon überzeugen.
Also bezahlen Sie für solche Aufnahmen keine TEURO 100,00.
Fotos vom Verfasser. |
Hier könnte sich der Traum so vieler
Aussteiger, Auswanderer usw. erfüllen. Wenn, ja wenn ...
wenn der Teufel nicht im Detail läge! Aber lesen Sie und
urteilen Sie selbst!
Rosaleda wurde 1994 gegründet. Was ist
aus dem Traum Rosaleda geworden?
Ein großer Teil der Bewohner hat Rosaleda
inzwischen den Rücken zugekehrt. Vielleicht hat sich ja
auch nur die Spreu vom Weizen getrennt?
Viele Grundstücke stehen wieder zum Verkauf
bzw. wurden vom Verkäufer nie verkauft.
Ach ja, seit 1996 warten einige Rosaledaner
auf ihre Grundbucheintragung - vergeblich. Die Verjährung
wurde im Sommer 2004 wirksam. Und was passierte nun mit den Menschen,
den Grundstücken und den darauf stehenden Häusern und
sonstigen unbeweglichen Einrichtungen? Vom Arbeitsaufwand der
betroffenen Rosaledaner mal ganz zu schweigen?
Von den "Dorfanteilen" sollte das
Dorfzentrum finanziert werden: Gemeindezentrum, Schule, Meditationshalle,
Solbad usw. Bisher steht da nur eine Schule für Grundschüler
- ansonsten die Große Leere. Aber die eingezahlten Gelder
für die "Dorfanteile" - wo sind die bloß
geblieben?
Der "Verein Rosaleda" existiert
nicht mehr!
Es kann deshalb ohne Umschweife festgestellt
werden:
Das
"Projekt Rosaleda"
ist gescheitert!
Für Vertrieb und "Betreuung"
zeichnet verantwortlich

Sie wollen mehr über Rosaleda wissen,
von einem, der dort lebt?
Dann klicken Sie hier: Rosaleda.
Weitergehende Informationen zum Thema Rosaleda
finden Sie unter Latinoportal
- auch was den Bereich Betrügereien und Abzocke angeht.
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Bieler Tagblatt vom 30.09.2004, Ressort Seeland
Meinisberg: Auswanderer Werner und Verena Von Burg
Harte Arbeit, harte Freiheit
Im Sommer vor zwei Jahren sind Werner und Verena von Burg gegangen.
Meinisberg - Rosaleda einfach. Sie wollten etwas Neues wagen,
hatte das pensionierte Ehepaar damals dem Bieler Tagblatt erzählt.
Das Neue: eine winzige Schweizer Dorfgemeinschaft mitten im Busch
im Nordwesten Paraguays.
Jetzt sind sie in Meinisberg zu Besuch bei der Cousine, ein paar
Meter von ihrem eigenen Haus entfernt. Dort gießen inzwischen
Mieter die Geranien. Ein bißchen komisch sei das schon,
findet Verena von Burg. Sie macht nicht viele Worte um den Zwiespalt
zwischen der alten und der neuen Heimat. Aber sie sagt: Vielleicht
kommen wir nicht mehr jedes Jahr.
Ein Spaziergang ist das Leben in Paraguay nicht. Die von Burgs
hatten einen harten Anfang. Einen beschissenen Moment hätten
sie sich ausgesucht, erzählt Werner von Burg. Der Regen
blieb aus, der Weiher versiegte, die Dorfgemeinschaft war zerstritten.
100 Quadratkilometer Land besitzen die von Burgs. 30 davon sind
gerodet. Der Rest gehört den Tapiren, Nachtäffchen,
Schlangen und Gürteltieren. Manchmal gehen von Burgs im
Busch spazieren. Ich sehe Gürteltiere so gerne, sagt Werner.
Auch Pumas und Jaguare leben im trockenen Buschland. Ein Freund
von uns hat schon zwei Pumas und einen Jaguar erschießen
müssen, erzählt von Burg. Auch er besitzt ein Gewehr.
Ich habe es noch nicht einmal ausgepackt. Von Burg gehört
nicht zur ängstlichen Sorte.
In Meinisberg waren die Apfelbäume schon groß. In
Rosaleda brauchen die Bäume, die die Bohnenschoten für
das Viehfutter liefern sollen, vier Jahre, bis sie Früchte
tragen. Und nachts fressen die Blattschneider, Ameisen und Termiten
die Wurzeln ab. Dann pflanzt Werner von Burg wieder neu. Sehr
beschwerlich, sei das. Gift will er nicht spritzen. Denn eigentlich
wollen sie wie in Meinisberg auch in Rosaleda biologisch anbauen
und sich praktisch selbst versorgen.
Im Gegensatz zu den ostfriesischen Milchschafen von Meinisberg
sind die Kühe in Rosaleda nicht zum Streicheln. Halbwild
seien sie. Zum Impfen und Schlachten müssen sie erst im
Kral zusammengetrieben werden. Im Moment läßt von
Burg die 34 Kühe seines Freundes Walter Schoder auf seinen
Weiden grasen. Seit der Trockenheit hat dieser nicht mehr genug
Futter für alle Tiere. Als Gegenleistung erhalten von Burgs
Fleisch und Arbeitskraft. Walter ist jünger und hilft uns
einen Tag in der Woche. Von den Tieren leben müssen von
Burgs nicht. Das Haus in Meinisberg ist vermietet, dazu kommen
die AHV-Rente und das Ersparte.
Wer nicht richtig viel Geld mitbringt, der kann auch keines machen,
sagt Werner von Burg. Viele Auswanderer träumten vom großen
Geld, vom Aufbau eines Paradieses für Touristen. Leere Versprechungen,
leeres Geschwätz. Werner und Verena von Burg sind keine
Träumer. Sie leben drüben nicht anders, als sie hier
gelebt haben. Nur, daß sie in Rosaleda alles neu aufbauen
müssen. Hart sei das. Sehr hart.
Und es kostet: Ein Traktor, ein Werkzeugschopf, eine Wasserbohranlage.
Seit der Teich ausgetrocknet ist, brauchen von Burgs dringend
Wasser. Von Burg ließ auf seinem Terrain bohren und wurde
in 216 Meter Tiefe fündig. Jetzt saufen die Kühe leicht
salzhaltiges Grundwasser - wir trinken auch davon.
Das Haus ist fertig, großzügig, offen und hat viele
runde Ecken. Das gefällt mir eben, sagt Werner. Das meiste
haben von Burgs selber gemacht. Ein Natursträßchen
führt bis zum Haus, der nächste Nachbar ist zwei Kilometer
entfernt. Walter Schoder wohnt 20 Kilometer weiter weg, für
die Rosaledaner ist das schon ein fremder Fötzel, erzählt
Verena von Burg. Dieses engstirnige Denken in dem weiten Land
findet sie unerträglich.
Eigentlich hätten wir mithelfen wollen, die Schweizer Gemeinschaft
aufzubauen. Aber bei Schweizern aus allen Landesteilen seien
eben die Mentalitätsunterschiede sehr groß, findet
Werner von Burg. Mit den Paraguayanern haben die von Burgs keine
Probleme. Die kommen zwar nur als Arbeitskräfte ins Dorf.
Aber sie seien wunderbare Leute, schwärmt Werner von Burg.
Das Dorf im Nordwesten Paraguays, weitab von der Zivilisation,
lebt praktisch im rechtsfreien Raum. Nicht jedem bekomme die
Freiheit gut. Die einen werden überheblich, so Werner von
Burg. Dann muß man sie eben zurückstutzen, sagt er
in seiner ruhigen Art. Es gibt solche, die kommen nicht damit
zurecht, daß sie hier niemand anderem die Schuld in die
Schuhe schieben können. Dann schimpfen sie. Oder trinken.
Entweder die Hitze ist schuld, oder es sind solche, die in der
Schweiz schon unzufrieden waren, vermutet Werner von Burg: Man
nimmt seine Probleme mit. Und drüben kommen sie dann so
richtig zur Geltung.
Von Burgs haben dennoch Freunde im Dorf, und die Zeit wird ihnen
nie lang. Einmal die Woche konjugieren sie bei Ruth spanische
Verben. Die Gruppe wird immer kleiner. Aber wir machen weiter.
Schließlich verpassen wir ja nichts anderes. Einmal die
Woche gehen von Burgs ins 10 Kilometer entfernte Filadelfia einkaufen.
Bei den Mennoniten gibt es alles. Sogar Knorr und Maggi.
Daß die Stärke der Mennonitengemeinschaft in ihrem
Glauben begründet liegt, stört von Burgs wenig. Sie
wollen uns nicht bekehren, sagt Verena von Burg. Und ihr Mann
hört das Mennonitenradio ganz gerne. Irgendwoher muß
man ja die Kraft nehmen, weiter zu machen.
Mehrere Auswanderer sind schon wieder in die Schweiz zurückgekehrt,
seit von Burgs in Rosaleda sind. Einem war plötzlich gar
nichts mehr recht. Gearbeitet hat er nicht, den Karren gezogen
hat seine Frau. Und dann waren sie eines Morgens plötzlich
weg.
So schnell wollen von Burgs aber nicht weg sein. Jetzt haben
wir schon so viel investiert, sagt Verena von Burg. Von außen
sehe man, daß in der Schweiz vieles leichter sei. Doch
so lange es noch geht, will sie bleiben. Auch Werner von Burg
kennt keine Müdigkeit. Es geht vorwärts, und es wird
immer besser.?
Sibylle Dickmann
Nur noch zu Besuch in Meinisberg: Werner und Verena von Burg
wanderten vor zwei Jahren nach Paraguay aus - eine Entscheidung
mit harten Folgen.
entnommen Latinoportal |