Sprach-Nachrichten


Ramsauer verbietet Denglisch
Handel mit Rotzjungen
Althochdeutsch - die Ursprache aller Sprachen
Gesehen in Hamburg am 26.09.2009
Aktion: Rettet die Verben
Deutsche Bahn überrascht
EU: Mann aus der Sprache verbannen
Merkel bedauert Beschluß zur deutschen Sprache
Kinder mit zwei Sprachen stottern
Schleichende Aushöhlung der Unterrichtssprache Deutsch
Das überflüssige Z
Deutsche Sprache - Ersatz für den Duden
Kulturloses, gefährliches englisch
Der Faucher 
Der Boykott der Deutschen Sprache nach dem Ersten Weltkrieg
Millionen für englischen "Slogan"
George Orwell's "Neusprech"
Achtung, Sprachpolizei!
Fünf Schritte zur erfolgreichen Abschaffung der Rechtschreibung

 


Schluß mit "Meetings"
Ramsauer verbietet Denglisch


Bundesverkehrsminister Peter Ramsauer (CSU) hat den Anglizismen in seinem Ministerium den Kampf angesagt. Er erließ für sein Haus ein striktes "Denglisch"-Verbot, also die Vermischung deutscher und englischer Begriffe, berichtete die "Bild"-Zeitung. So heißt das "Travel Management" im Verkehrsministerium künftig wieder "Reisestelle". Statt "Task Forces" arbeiten bei Ramsauer "Projektgruppen". Und statt zum "Inhouse Meeting" kommen die Ministerialbeamten zum "hauseigenen Seminar" zusammen. "Ich will, daß im Haus wieder mehr deutsch gesprochen wird", sagte Ramsauer mit Blick auf seine Deutsche-Offensive im eigenen Ministerium.
Quelle: dpa
Adresse: http://www.n-tv.de/politik/Ramsauer-verbietet-Denglisch-article704391.html

Samstag, 30. Januar 2010

nach oben

 


Handel mit Rotzjungen

In unserer Stadt hat sich ein Kiosk etabliert, dessen Betreiber hungrigen Passanten Gebratenes oder Gegrilltes auf die Schnelle anbietet. Dergleichen nennt man nach den Usancen der deutschen Sprache gewöhnlich Imbiß-Stand oder auch Bratwurst-Bude. Doch eine solche Bezeichnung war dem prestigebewußten Betreiber dieses ehrbaren Gewerbes ganz offensichtlich zu popelig. Sein Etablissement hatte eine vornehmere Etikettierung verdient.
Etwas Moderneres, Eindrucksvolleres, Zeitgemäßeres mußte her. Und da kam der englische dealer gerade recht. Gibt es doch auch den car dealer oder den drug dealer oder den retail dealer usw. Warum also nicht den "Brat Dealer"?
Kreativ muß man sein; fortzschrittlich muß man denken. Allerdings: An ein Problem hat der gute Mann in seiner beflissenen Naivität nicht gedacht - an die unfreiwillige Komik seiner Wortschöpfung. Denn jeder Engländer, der des Weges kommt, liest "Brat" als englisch brat. Und das ist eine Göre oder ein Rotzjunge. Also handelt der Händler seinem Firmenschild gemäß mit menschlicher Ware, mit frechen jungen Exemplaren der Gattung Homo Sapiens.
Hartmut Heuermann
(entnommen aus "Sprachnachrichten", Dezember 2009, Seite 32)

Anm.: Ähnlich erging es einem Händler, der Rucksäcke als body bag verkaufen wollte. Wer mag ihm wohl gesteckt haben, daß die U$-Banditen in diesen body bags ihre toten "Friedensbringer" (Colt Peacemaker!) von ihren verschiedenen Kriegsschauplätzen ('tschuldigung, natürlich Friedenseinsätze!) zurückfliegen?

nach oben

 


Althochdeutsch - die Ursprache aller Sprachen

  "Weltbilderschütterung" von Erhard Landmann, ISBN 3-923997-93-0

Erhard Landmann weist in seinem Buch "Weltbilderschütterung" überzeugend nach, daß das Althochdeutsche die Ursprache aller Sprachen ist. Diese Erkenntnis hat weitreichende Folgen und ist wirklich eine Weltbilderschütterung - ganz besonders für gewisse Kreise, nicht nur für die Sprachwissenschaftler, die ihn unterbuttern, ausgrenzen. Ein Grund mehr, sich mit diesem Thema zu beschäftigen.
Interessant ist in diesem Zusammenhang vielleicht auch ein Neuhochdeutsch-Althochdeutsches Wörterbuch (PDF, 2,4 kB) von Gerhard Köbler, das Sie hier runterladen können.

nach oben


Gesehen in Hamburg am 26.09.2009

nach oben


Aktion: Rettet die Verben

Die deutsche Sprache ist eine schützenswerte Sprache. Diese Einschätzung teilen immer mehr Menschen. Einen Rettungsversuch für die Verben der deutschen Sprache gibt es nun im Weltnetz.
Unter verben.org können Tun-Wörter eingesandt werden. Das "Komitee Verben für die Welt" wählt die schönsten Vorschläge aus und stellt sie auf die Netzseite. Geschafft haben es u.a.: vergeigen, blöken und kiebitzen. Durch Anklicken der Wörter kann jedes einzelne vergrößert werden. So entfaltet sich die volle Schönheit der Verben.
hok
(entnommen aus "Sprachnachrichten", September 2009, Seite 32)

nach oben


Deutsche Bahn überrascht
   
Auf eines kann man sich bei der Deutschen Bahn verlassen: sie ist immer für sprachliche Überraschungen gut. Fällt das Unternehmen sonst eher durch unverständliches Denglisch auf, erkennt sie neuerdings, daß klare und verständliche Produkrnamen besser ankommen.
Eine neue Fahrkarte, mit der ab August bis zu fünf Personen den Nahverkehr während der Woche nutzen können, heißt: Quer-durchs-Land-Ticket.
Offenbar will sich der neue Bahnchef, Rüdiger Grube, den Titel "Sprachpanscher des Jahres" nicht anstecken.Vielleicht gibt es demnächst auch wieder einen Schalter für Fahrkarten, eine Auskunft oder einen Fahrradverleih.
SN
(entnommen aus "Sprachnachrichten", September 2009, Seite 10)

Anm.: Vielleicht wird ja auch bald bei der S-Bahn in Hamburg das "Airport" ersetzt durch "Flughafen"?

nach oben


EU: Mann aus der Sprache verbannen

Der Krümmungsgrad von Gurken oder die europäische Bananenverordnung: an Phantasie, sich immer neue und immer unsinnigere Regelungen einfallen zu lassen, mangelt es bei den EU-Abgeordneten scheinbar nicht.
Nach dem Willen des EU-Parlaments sollen nun "sexistische Formulierungen" in den Veröffentlichen des "Hohen Hauses" verschwinden.
Dazu hat die Parlamentsverwaltung eine 16-seitige Broschüre mit dem Titel "Geschlechtergerechter Sprachgebrauch beim Europäischen Parlament" herausgegeben. Sie soll Dolmetschern und Politikern als Leitfaden dienen für eine "geschlechtergerechte Ausdrucksweise". Wer aber die Funktionsweise des EU-Apparates kennt, weiß, daß die Empfehlungen zum "geschlechtergerechten Sprachgebrauch" bald jeden Bürger belasten werden.
Für das 16-seitige Heftchen hat sich eine hochrangige Arbeitsgruppe unter der Leitung von acht Vizepräsidenten mit "der Anleitung für eine geschlechtergerechte Sprache" jahrelang beschäftigt. Akribisch haben sie nach Wörtern in den Parlamentsveröffentlichungen gesucht, die als "einseitig, diskrimierend oder herabsetzend ausgelegt werden können". Und sie sind fündig geworden: "In manchen Sprachen ist das Element Mann in Ausdrücken enthalten, mit denen Frauen ebenso gemeint sind wie Männer: Fachmann, Staatsmann, Seeman." Das dürfe so nicht weitergehen.
"Mit etwas Bemühung und Umsicht läßt sich zumeist auf eine auf die Geschlechter bezogene neutrale Ausdrucksweise finden", so die Experten. Sie fordern zum Beispiel, in offiziellen Texten das Wort "Fahrer" durch "fahrendes Personal", den Begriff "Polizist" durch "Polizeikraft" und die Bezeichnung "Lehrer" durch "Lehrkraft" zu ersetzen.
Den Herausgebern wird sicherlich nicht der Antrieb fehlen, mit "hochrangigen Arbeitsgruppen" weiter zu forschen, um am Ende aus dem 16-seitigen Heftchen ein richtiges Wörterbuch zu machen, mit dessen Hilfe politisch-korrekter Sprachgebrauch erzwungen wird.
Man darf natürlich gespannt sein, wie lange es jetzt noch dauern wird, bis die veröffentlichte Meinung die "Empfehlungen" übernimmt oder diese in einer EG-Verordnung festgeschrieben werden.
Die Aussichten für Vaterland und Muttersprache werden immer düsterer. Wie lange lassen sich die Deutschen diesen EU-Wahnsinn eigentlich noch gefallen?
entnommen aus Unabhängige Nachrichten, 4/2009, Seite 11

Anmerkung:
Orwell läßt grüßen mit seinem Neusprech und dem doppelzüngigen, verdrehten Sprechen.
Achja, und wie ist es zum Beispiel mit dem geschlechtsneutralen "man", das emanzipatorische Spinner/-innen ummünzen in das männerverletzende "man/frau"? Richtig müßte es heißen "Mann/Frau" oder "man/fra".
Und das von emanzipatorischen Spinner/-innen aus politischen Gründen in Umlauf gebrachte grammatisch falsche "SpinnerInnen"?
Und was sollen die vielen Fremdwörter im Duden "Die deutsche Rechtschreibung"?
Die Liste ließe sich endlos fortsetzen - ein Hinweis auf die Absichten dieser überbezahlten "hochrangigen Arbeitsgruppe" der EU-(Sowjet-)Kommissare.
Es wird Zeit, den Duden eine hochnotpeinliche Untersuchung angedeihen zu lassen!

nach oben


Merkel bedauert Beschluß zur deutschen Sprache

Stuttgart - Kanzlerin Angela Merkel bedauert den CDU-Beschluß, ein Bekenntnis zur deutschen Sprache ins Grundgesetz aufzunehmen. Auf dem Parteitag in Stuttgart stimmte eine große Mehrheit für den folgenden Verfassungszusatz: "Die Sprache in der Bundesrepublik ist Deutsch." Kenat Kolat, Vorsitzender der türkischen Gemeinde: "Erneut bedienen einige Politiker in der CDU vorhandene Ängste und Klischees gegenüber Migrantinnen und Migranten."
BILD, 03.12.2008

(Anmerkung: Da weiß man doch endlich, was man von unserer allseits beliebten und verehrten Kanzlerin zu halten hat! Ist es nicht Aufgabe der (deutschen?) Kanzlerin, dem "Wohl des deutschen Volkes" zu dienen? Hier der Amtseid der "Kanzlerin" Merkel (288 kB, MP3) als Tondatei. WO liegt das "Wohl des deutschen Volkes" in einem babylonischen Sprachenwirrwar? WO liegt das "Wohl des deutschen Volkes" in der Einfuhr von zig Millionen Ausländern? WO liegt das "Wohl des deutschen Volkes" in einem explosiven MultiKulti-Rassengemisch? WO liegt das "Wohl des deutschen Volkes" in Änderungen des sogenannten Grundgesetzes, die im Schnitt alle zwei Monate stattfinden - selbstverständlich "politisch korrekt ohne Volksbefragung? Oder hat die Kanzlerin bei ihrem Amtseid etwa vorsätzlich einen Meineid geschworen, weil sie offenkundig Fremdinteressen dient? Wenn dem Türken Kenat Kolat, seinen Rassegenossen, und anderen Ausländern der Zusatz in das Grundgesetz nicht paßt, so haben sie die Freiheit, Deutschland unverzüglich zu verlassen - mit Sack und Pack, allerdings ohne Mitnahme des deutschen Sozialamtes! Achja, woher mögen wohl die "vorhandenen Ängste und Klischees gegenüber Migrantinnen und Migranten" kommen? Wir Deutschen wollen keine Ausländer in unserem Land - auch keine mit dem Stempel "deutsch" auf ihren Hintern oder mit "Deutschweiß" maskiert!)
  
nach oben    


Kinder mit zwei Sprachen stottern

In der FAZ und der SZ lasen wir, daß zweisprachig erzogene Kinder mehr stottern als andere. Britische Psychologen und Sprachwissenschaftler haben das herausgefunden. Sie beobachteten 317 Kinder im Alter von acht bis zehn Jahren, die in London von Logopäden behandelt wurden. Eine signifikante Zahl dieser sprachgestörten Kinder kam aus Migrantenfamilien und war zweisprachig aufgewachsen. Vor der Einschulung hatten sie als zweite Sprache Englisch gelernt. Die Heilung ihres Sprachfehlers dauert länger als bei Kindern, die nur mit einer Sprache großgeworden sind.
Die Entdeckung der britischen Wissenschaftler ist nicht überraschend. Neu ist jedoch die Erkenntnis, daß die Störungen unabhängig von der Sprache auftreten, in der die Kinder sich ausdrücken. Die Kinder können Wörter und Laute nicht störungsfrei herausbringen, gleichgültig ob sie Englisch, das Bengali oder Urdu der Inder oder eine andere Einwanderersprache wie Chinesisch oder Polnisch sprechen. Unter den stotternden Kindern, die mit zwei Sprachen aufgewachsen waren, gibt es viermal sio viele Jungen wie Mädchen.
G.S.
(entnommen aus "Sprachnachrichten", Dezember 2008, Seite 35)

nach oben


Schleichende Aushöhlung der Unterrichtssprache Deutsch

Es ist noch gar nicht so lange her, daß in einigen Bundesländern Englischunterricht ab der dritten Klasse eingeführt wurde. Anfangs als Schulversuch deklariert, versteht sich. Inzwischen ist der Englischunterricht, spätestens von der dritten Klasse an, zur Norm geworden.
Seitdem jagt ein "Schulversuch" den anderen. Dritte Klasse ist viel zu spät, ließen nun "progressive" Pädagogen verlauten. Und fanden Gehör: Englisch ab erster Klasse wird in Baden-Würtemmberg schon seit Jahren praktiziert. Nordrhein-Westfalen folgte.
Doch damit nicht genug. Wie in aller Welt sollen Schüler anständig Englisch lernen, wenn alle anderen Fächer im rückständigen heimatlichen Idiom vermittelt werden? Mit der Beantwortung dieser Frage schlug die Stunde des bilingualen Unterrichts: Ein Großteil der regulären Schulfächer mußte nunmehr auf Englisch unterrichtet werden. Vorerst nur "versuchsweise" und auf die Oberstufen beschränkt.

Englischtümeln
Leider war damit das Fernziel, den gesamten Unterricht auf den Erwerb einer einzigen Fremdsprache abzustellen, immer noch nicht erreicht. Eine bilunguale Anfängerklasse tat not. In der Tübinger Hügelschule wird das - keine Bange, nur ein "Sc hulversuch" - zurzeit so praktiziert: "In Mathe, Deutsch und Religion bleibt Deutsch die Unterrichtssprache an der Schule in der Tübinger Südstadt. Auch Lesen und Schreiben lernen die Kinder zunächst auf Deutsch." Wie tröstlich.
Ärgerlich nur, daß für einen englischsprachigen Deutschunterricht noch keine probate Lösung gefunden werden konnte. Mathe und Religion hingegen könnten - wie alle anderen Fächer - problemlos ebenfalls auf Englisch unterrichtet werden, wenn in ein paar Jahren der Lehrernachwuchs in diesen Fächern auf Englisch ausgebildet sind. Spätestens hier sollten auch wir begreifen, was englischtümelnde Pädagogen längst als hinderlich verinnerlicht haben: Jedes auf Deutsch unterrichtete Fach ist zugleich "Deutschunterricht"!
Die schleichende Umstellung der Unterrichtssprache von Deutsch auf Englisch ist im vollen Gang. Angefangen beim Schnullerenglisch in den Kitas über den bilungualen (sprich: englischsprachigen) Unterricht in den hauptschulen und Gymnasien bis zu den Hochschulen, wo englischsprachige Studiengänge schon heute an der Tagesordnung sind.
Die Langzeitauswirkungen dieser "Schulversuche" kann man sich leicht ausmalen: Sollte eines Jahres nur noch auf Englisch vermittelt werden, wird Deutsch unweigerlich zu einer zwar liebenswerten, aber entbehrlichen Freizeitsprache werden. Und dies nicht nur im Oettinger-Land.
Jupp Braun
(entnommen aus "Sprachnachrichten", Oktober 2008, Seite 23)

nach oben


Das überflüssige Z

Klammheimlich haben die Städte vor einiger Ceit mit einer neuen Sprachreform begonnen: Z (Zet) wird durch C (Ze) ersetzt. Angefangen haben fast alle Städte mit dem Hinweisschild "Centrum". Das ist weder amerikanisch noch britisch, denn dort heißt es center oder centre. Die meisten Ceitgenossen scheinen das officielle Ignorieren der Duden-Regeln durch die Behörden gar nicht wahrcunehmen. Wenn das "Centrum" akzeptiert ist, wird bald ein cweites Wort "entcettet" werden, und in cehn Jahren, so das Ciel, wird auch das letzte Z verschwunden sein.
Eine glancvolle Zukunftschance: nur noch 25 Buchstaben im Alphabet, eine Quadratcahl! Nur cickige Cweifler werden das Ersatz-C als Cerfalls-Ceugnis der Sprache empfinden und aus Corn platcen.
Cu guterletct eine Anregung für die Schülerinnen und Schüler: Eilt der Ceit voraus und cerreißt den Duden-Cwang. Ceigt den Lehrern eure Cähne und nutct die eincigartige Chance, das Alphabet auf 25 Ceichen zu reducieren. Steht cusammen, denn der Cweck heiligt die Mittel, ihr Zeitceugen des Wandels!
Heiner Müller-Merbach
(entnommen aus "Sprachnachrichten", Oktober 2008, Seite 36)

Weiteres zum Thema: Fünf Schritte zur erfolgreichen Abschaffung der Rechtschreibung.

nach oben


Deutsche Sprache - Ersatz für den Duden

Journalisten und Autoren!
Schaut nicht dem Volk aufs Maul, auch nicht in den Duden, versucht nicht kreativ die Deutsche Sprache zu nutzen, geschweige denn zu entwickeln, wollt Ihr nicht zermahlt werden in den Zensurmühlen Deutscher Gerichte! Die Männer und Frauen in den schwarzen Roben haben die Deutungshoheit über die Deutsche Sprache und setzen diese bis zur Existenzvernichtung Andersfühlender, Andersformulierender, Andersdenkender, Andersmeinender durch.
Kennt Ihr den Unterschied zwischen einer Razzia und einer Hausdurchsuchung?
Ist Scheiße ein Schimpfwort?
Darf man jemanden Betrüger nennen, wenn das Gericht dies noch nicht festgestellt hat? Ist wirklich jeder ein Betrüger, den das Gericht wegen Betrug nach den harten Paragraphen verurteilt?
Was ist eine Lüge? Ist die Äußerung einer falschen Tatsache, ohne sich dessen bewußt zu sein, eine Lüge? Lügt ein Anwalt, welcher fahrlässig eine falsche eidesstattliche Erklärung, die er selbst seinem Mandanten diktiert hat, dem Gericht vorlegt?
Vergibt man einen Auftrag, wenn man als Kanzler die Weichen stellt und später vom Auftrag finanziell und individuell profitiert?
Wer ist ein IM (= Informeller Mitarbeiter der Staatssicherheit)? Nur der, der eine Verpflichtungserklärung nachweislich unterschrieben hat? Oder auch, wenn er bewußt der Stasi direkt oder indirekt zuarbeitet?
Was ist letztendlich oder eingebunden?
Lehnt jemand die Sendung eines Interviews in wesentlichen Teilen ab, darf man dann sagen, er hätte letztendlich der Ausstrahlung nicht zugestimmt?
Wird jemand über Maßnahmen informiert und lehnt seine Beteiligung an diesen ab, ist er dann eingebunden gewesen in die Maßnahmen oder nicht?
Die Zensurrichter wissen und definieren die Deutscher Sprache - mit Androhung von Ordnungsgeld und hohen Streitwerten zugunsten der maroden Staatskasse.

nach oben


Kulturloses, gefährliches englisch

"An dem Tag, an dem die Menschen von einer Faszination für die englische Sprache erfaßt wurden, nahm die Kenntnis der eigenen Religion und Sprache ab. Mit dem Verfall der Kenntnis der eigenen Religion und Sprache ging die kulturelle Sichtweise verloren. Mit dem Verschwinden der kulturellen Lebensanschauung wurde die Rechtschaffenheit auf der Erde geschwächt, und als die Rechtschaffenheit verfiel und von der Erde verschwand, wurde Indiens herausragende Stellung erschüttert. O Inder! Öffnet zumindest jetzt eure Augen und werdet aufmerksam auf die Situation. Was kann ich euch Menschen mit edlen Eigenschaften erklären und mahnen!"
Sathya Sai Baba in seiner Ansprache vom 9. August 2006

nach oben


Der Faucher

Reisen bildet bekanntlich. Wer etwa mit der Deutschen Bahn AG auf Tour geht, der kann seine Englischkenntnisse auf internationales Niveau schrauben. Schon auf dem Bahnsteig. Dort werben nämlich bundesweit seit einiger Zeit grellrote Plakate für "W-Lan auf dem Bahnsteig". Wahrscheinlich, um sich die Wartezeiten auf verspätete Züge angenehmer zu verteiben, kann der erwartungsfrohe Bahnreisende jetzt direkt vom Bahnsteig ins weltweite Netz auf und davon surfen. Toll. Aber halt. Natürlich, so ist es auf dem Plakat zu lesen, bedarf es dazu eines vouchers. Was immer das ist, es ist irgendwo unten in den Katakomben des Bahnhofs am service-point erhältlich.
Irritiert suche ich erst einmal Hilfe beim Bahnsteigpersonal. Das wird bestimmt nicht mehr so bezeichnet, aber der zeitgemäße Terminus fällt mir gerade nicht ein. Die in ihrem schicken Dienst-Outfit absolut ICE-taugliche Dame, bei der einem das Wort "Schaffnerin" nicht einmal entfernt in den Sinn kommt, lächelt freundlich. "Oh ja, das", meint sie und strahlt mich an, "das kriegen Sie am service-point." Sagt's und entschwindet mit atemberaubendem Hüftschwung.
Nach reichlich Sucherei taucht endlich der gelbleuchtende Hinweis service-point vor mir auf. Eine nicht minder gut aussehende Dame erkundigt sich dort nach meinen Wünschen. "Was kann ich für Sie tun?"
"Ah ja, Sie brauchen unseren Faucher", haucht sie weltoffen und voller Sprachgewandtheit. "Angelika, wo ham wa denn die Faucher?" Die Angesprochene zuckt nur kurz zusammen und nickt wortlos in Richtung eines Regals. Ich bekomme ein Zettelchen im Scheckkartenformat ausgehändigt, zahle einen Obolus und entschwinde wieder in Richtung Bahnsteig. Gerade als ich lossurfen will, kommt mein Zug. Diesmal pünktlich. Ehe mich die Spannung völlig übermannt, schlage ich nach Einnahme meines Sitzplatzes per Laptop sofort nach. "Voucher", lese ich da, englisch, sprich wautscha, na also, Eintrittskarte, Gutschein, aha, auch Essenmarke, Berechtigungsausweis (zum Beispiel für einen hot-spot). Wobei mit letzterem sicher nicht die Dame am counter des service-points im basement gemeint ist. Na bitte, sag ich doch, Reisen bildet.
Christoph Huppert
(Text und nachfolgendes Bild entnommen aus "Sprachnachrichten", März 2008, Seite 8.)

nach oben



Deutsch als Wissenschaftssprache
Der Boykott der Deutschen Sprache nach dem Ersten Weltkrieg
- eine Buchbesprechung

Über die Ursachen des Ersten Weltkrieges ist viel geschrieben worden. Zu einem besonderen, bisher kaum beachteten Punkt, dem alliierten Boykott des Deutschen als Wissenschaftssprache, ist jedoch erstmals mehr als 90 Jahre nach dem damaligen Geschehen von Roswitha REINBOTHE eine ausführliche Monographie erschienen, 1) die ganz neue Erkenntnisse vermittelt und deswegen einer Richtigstellung gleichkommt.
Die Sprachwissenschaftlerin geht in dieser Habilitationsschrift der Universität Duisburg-Essen aus dem Jahre 2006 zunächst der großen Bedeutung des Deutschen als Wissenschaftssprache im 19. Jahrhundert nach und zeigt deren führenden Stellenwert für die Zeit vor dem Ersten Weltkrieg auf. Insbesondere weist sie auf die Menge der wissenschaftlichen Zeitschriften in Deutscher Sprache, die Zahl und das Ansehen der Deutschen Akademien und die zahlreichen internationalen Vereinigungen mit Sitz im Deutschen Reich hin. Viele Ausländer veröffentlichten damals in Deutschen Zeitschriften in Deutscher Sprache. Vor allem für die Astronomie, die Erdmessung, Seismologie, Geographie und Chemie wird die führende Deutsche Stellung materialreich belegt. Auf internationalen Tagungen und in überstaatlichen Wissenschaftsvereinigungen galten Französisch, Englisch und Deutsch als die drei gängigen und gleichberechtigten Wissenschaftssprachen.
Doch schon vor dem Ersten Weltkrieg traten in Frankreich und England einflußreiche Stimmen auf, die die Deutsche Sprachvorherrschaft in einigen Fachbereichen kritisierten, auf die politischen Folgen derselben hinwiesen und eine Beschränkung des Deutschen im Wissenschaftsbereich forderten.
Mit dem Ausbruch des Ersten Weltkrieges gewannen diese Bestrebungen an Einfluß, insbesondere, als viele Deutsche Wissenschaftler sich hinter die Politik der Reichsregierung stellten, etwa in dem Aufruf „An die Kulturwelt" von 93 Forschern, der am 4. Oktober 1914 in Deutschen Zeitungen veröffentlicht wurde. 2) So gab der britische Chemienobelpreisträger (1904) William RAMSEY 3) kurz darauf eine Gegenerklärung ab. Nach seiner Ansicht gehe es um einen „Krieg der Humanität gegen Inhumanität ... des Rechtes gegen Unrecht" („of right against wrong") die - von der britischen Kriegspropaganda erfundenen, wie sich später herausstellte - Greueltaten der Deutschen in Belgien und Frankreich seien ein Rückfall Deutschlands in die Barbarei („relapsing into barbarism"). Deren Ursache sei der autoritäre, „teutonische Charakter" und das Weltmachtstreben der Deutschen. „Ihr Ideal ... ist, die Weltvorherrschaft für ihre Rasse zu sichern ..." „Deutschland über alles in der Welt", deswegen der „Krieg". Unter dem Leitwort „niemals wieder" müßten die Alliierten alles tun, um diesen gefährlichen Deutschen Despotismus, der wie ein Krebsgeschwür sich in die Moral der Deutschen Nation eingefressen habe, ein für allemal zu vernichten. 4)
Knapp ein Jahr später forderte er den Ausschluß der Deutschen Wissenschaftler von internationalen Tagungen: „Internationale Versammlungen zu wissenschaftlichen Zwecken werden ganz sicher auch künftig stattfinden, aber nur unter der Bedingung, daß Deutsche und österreichische Vertreter ausgeschlossen werden." 5)
Und so kam es dann auch. Franzosen und Engländer setzten sich, teilweise gegen den Widerspruch aus neutralen Ländern, durch: „Nach dem Ersten Weltkrieg verhängten die alliierten Akademien der Wissenschaften gegen Deutschland und die mit ihm verbündeten Länder einen Wissenschaftsboykott. Eng verknüpft damit war ein Boykott gegen Deutsch als internationale Wissenschaftssprache. Aus internationalen Wissenschaftsverbänden wurden die Deutschen und österreichischen Wissenschaftler und mit ihnen die Deutsche Sprache ausgeschlossen. Die Folge davon war ein Statusverlust und Rückgang des Deutschen als internationale Wissenschaftssprache." 6)
Schon während des Krieges hatten einige Akademien und wissenschaftliche Gesellschaften den Ausschluß ihrer Deutschen Mitglieder beschlossen. 7) 1917 forderte der französische Mathematiker und Sekretär der Académie des Sciences in Paris, Emile PICARD, die Auflösung der alten internationalen Vereinigungen und die Gründung neuer ohne Deutsche Beteiligung. 8)
Schon während des Krieges wurden dazu die ersten Schritte unternommen, die zu einer interalliierten Konferenz der Akademien der Wissenschaften vom 9. bis 11. Oktober 1918 in London sowie vom 26. bis 29. November 1918 in Paris führten. Diese beschlossen insbesondere den Aufbau neuer internationaler Fachunionen der Astronomie, Geophysik und Chemie - früher Deutsche Domänen -, bei denen die Deutschen nun ausgeschlossen waren. Die Gründung dieser Fachunionen und des Internationalen Forschungsrates („Conseil international de recherches") fand auf der alliierten Wissenschaftskonferenz vom 18. bis 28. Juli 1919 in Brüssel statt, zu der nicht einmal neutrale Staaten eingeladen waren. die Statuten des forschungsrats, die den Ausschluß der Deutschen und mit diesen verbündet gewesener Staaten vorsahen, sollten mindesten bis Ende 1931 reichen. 9) als amtliche Sprachen waren französisch und englisch vorgesehen, Deutsch war verboten.
Dazu eine kam eine „Ächtung der deutschsprachigen Fachpublikationen". 10) In den USA wurden sogar Deutsche Fachbücher verbrannt. Die angesehene Fachzeitschrift Science stellte am 20. Dezember 1918 fest: „In Buße verbrennen wir nun unsere Deutschen Bücher und vermeiden eifrig, irgend etwas in dieser Sprache zu lesen. Wir sind überrascht zu bemerken, wie gut wir ohne irgend etwas in dieser Sprache auskommen können und für wie wenig wir in Wirklichkeit dieser Sprache verpflichtet sind."
„An den 14 internationalen (wissenschaftlichen) Kongressen des Jahres 1919 nahmen überhaupt keine Deutschen Wissenschaftler teil." 11) Noch 1925 wurden auf 34 von 52 internationalen wissenschaftlichen Tagungen der Alliierten die Deutschen ausgeschlossen. Bis 1926 waren Deutsche Teilnehmer selbst von den internationalen Tuberkulosekonferenzen verbannt. Erst ab 1927 konnten sich gemäßigtere Stimmen in den alliierten Ländern durchsetzen, und der Boykott wurde langsam aufgegeben.
Das Ergebnis dieser Entwicklung war ein wesentlicher Rückgang der Bedeutung des Deutschen als Wissenschaftssprache, Englisch und Französisch gaben in Zukunft den Ton an, auch in den vor dem Ersten Weltkrieg von Deutschen angeführten Fachbereichen. Während noch 1915 in den USA 24,4 Prozent der Schüler an den öffentlichen High-Schools Deutsch lernten, waren es 1922 nur noch 0,7 Prozent. 12)
Abschließend stellt REINBOTHE fest: „Mit Deutschlands Niederlage im Ersten Weltkrieg, dem Vertrag von Versailles, der Errichtung des Völkerbunds und zentraler internationaler Wissenschaftsorganisationen hatten sich die Machtverhältnisse grundlegend verschoben. Das spiegelt sich im internationalen Status der Sprachen wider: Französisch und Englisch waren die Sprachen des Versailler Vertrags, des Völkerbunds und der von den Alliierten neu gegründeten internationalen Wissenschaftsverbände. Deutsch verlor seine vormals privilegierte Stellung als dritte offizielle Spreche im internationalen Wissenschaftsbetrieb." 13)
Der Zweite Weltkrieg mit der Zerschlagung des Deutschen Reiches setzte diese Entwicklung fort.
- R. K. -

1) Roswitha REINBOHE, Deutsch als internationale Wissenschaftssprache und der Boykott nach dem Ersten Weltkrieg, Peter Lang, Frankfurt 2006.
2) In Auszügen zitiert ebenda, S. 97. Die Verfasserin geht von der Kriegsschuld Deutschlands am lasten Weltkrieg aus - der einzige größere Nachteil des Buches.
3) William RAMSAY, „Germany‘s Aims and Ambitions" (Deutschlands Ziele und Bestrebungen), in: Nature, 8.10.1914.
4) REINBOTHE, aaO. (Anm. 1), S. 101.
5) Zitiert ebenda, S. 102, aus: Süddeutsche Monatshefte, August 1915, S. 829.
6) Ebenda, S. 11.
7) Ebenda, S. 107.
8) Ebenda, S. 129.
9) REINBOTHE, aaO. (Anm. 1), ebenda, S. 143.
10) Ebenda, S. 176.
11) Ebenda, S. 194.
12) Ebenda, S. 204.
13) Ebenda, S. 445.
(Anmerkung: Wenn Sie sich jetzt die Ausgrenzung der Deutschen Sprache in der EU - und in den deutschprachigen Ländern - vor Augen halten, dann wissen Sie, warum!)

nach oben


Millionen für englischen "Slogan"
Die schwarz-gelbe Landesregierung in Düsseldorf will bis zum Frühjar einen "Slogan" für Nordrhein-Westfalen finden und dafür rund zehn Millionen TEURO ausgeben. "Anfang 2008 soll die Ausschreibung stehen, bis zum Frühjar der Slogan", sagte Wirtschaftsministerin Christa Thoben (CDU). Mit dem "Slogan" soll sich das ganze Bundesland identifizieren können. Gesucht werde möglichst ein Begriff in englischer Sprache; ein Vorschlag sei "Europe's creative hartbeat" (Europas kreativer Herzschlag). Der Millionenbetrag wurde gestreckt über einen Zeitraum von drei Jahren ausgegeben. Anscheinend gibt es im heutigen Deutschland nichts mehr, was es nicht gibt!
Dornseiff: Sprache wohin? - Bemerkungen eines Sprachteilnehmers
.entnommen aus "National-Zeitung", 4. Januar 2008, Seite 10

nach oben


George Orwell's "Neusprech"
 
1949 prägte George Orwell in seinem Klassiker "1984" die Begriffe "Newspeak" (= Neusprache, Neusprech) und Doublethink (= Zwiedenken, Doppeldenken, Doppelzüngigkeit, die Indianer sagten dazu "mit gespaltener Zunge reden") - die herrschende Partei hat immer Recht, deshalb muß neu gedacht und neu gesprochen werden: Krieg ist Frieden, Lüge ist Wahrheit, Freiheit ist Sklaverei, Unwissenheit ist Macht. Neusprache oder Neusprech und Zwiedenken oder Doppeldenk werden von der Gedankenpolizei und dem Wahrheitsministerium, Big Brother, überwacht. Auf höhere Anordnung müssen frühere Zeitungsausgaben u.a. umgeschrieben werden. Orwells Fazit: Ändert die Begriffe, und ihr ändert das Bewußtsein.

Und nun zu Orwell's "Neusprech", ausgeführt in dessen "Zukunfts"roman "1984":
"Kleine Grammatik
Die Neusprache war die in Ozeanien eingeführte Amtssprache und zur Deckung der ideologischen Bedürfnisse des Engsoz erfunden worden. Sie hatte nicht nur den Zweck, ein Ausdrucksmittel für die Weltanschuung und seine geistige Haltung zu sein, die den Anhängern des Engsoz allein angemessen war, sonder darüber hinaus jede Art anderen Denkens auszuschalten. Wenn die Neusprache ein für allemal angenommen und die Altsprache vergessen worden war - etwa im Jahr 2050 -, sollte sich ein unorthodoxer - d.h. ein von den Grundsätzen des Engsoz abweichender Gedanke - buchstäblich nicht mehr denken lassen, wenigstens insoweit Denken eine Funktion der Sprache ist. Der Wortschatz der Neusprache war so konstruiert, daß jede Mitteilung, die ein Parteimitglied berechtigterweise machen wollte, eine genaue und oft differenzierte Form verliehen werden konnte, während alle anderen Inhalte ausgeschlossen wurden, ebenso wie die Möglichkeit, etwa auf indirekte Weise das Gewünschte auszudrücken. Das wurde teils durch die Erfindung, hauptsächlich aber durch die Ausmerzung unerwünschter Wörter erreicht und indem man die übriggebliebenen Wörter so weitgehend wie möglich jeder unorthodoxen Nebenbedeutung entkleidete. Ein Beispiel hierfür: Das Wort frei gab es zwar in der Neusprache noch, aber es konnte nur in Sätzen wie "Dieser Hund ist frei von Flöhen", oder "Dieses Feld ist frei von Unkraut" angewandt werden. In seinem alten Sinn von "politisch frei" oder "geistig frei" konnte es nicht gebraucht werden, da es diese politische oder geistige Freiheit nicht einmal mehr als Begriff gab und infolgedessen auch keine Bezeichnung dafür vorhanden war.
Die Neusprache war auf der vorhandenen Sprache aufgebaut, obwohl viele Neusprachansätze, auch ohne neu erfundene Wörter zu enthalten, für einen Menschen des Jahres 1949 kaum verständlich gewesen wäre. Der Wortschatz war in drei deutlich angegrenzte Klassen eingeteilt, die im folgenden gesondert behandelt werden. Für die rein grammatikalischen Besonderheiten gilt jedoch das unter Wortschatz A Gesagte für alle drei Kategorien.
Der Wortschatz A bestand aus den für das tägliche Leben benötigten Wörtern - für Dinge wie Essen, Trinken, Arbeiten, Anziehen, Treppensteigen, Eisenbahnfahren, Kochen u. dgl. Er war fast völlig aus bereits vorhandenen Wörtern zusammengesetzt, wie schlagen, laufen, Hund, Baum, Zucker, Haus, Feld - aber mit dem heutigen Wortschatz verglichen, war ihre Zahl äußerst klein und ihre Bedeutung viel strenger umrissen. Sie waren von jedem Doppelsinn und jeder Bedeutungsschattierung gereinigt. Es wäre ganz unmöglich gewesen, sich des Wortschatzes A etwa zu literarischen Zwecken oder zu einer politischen oder philosophischen Diskussion zu bedienen. Er war dazu bestimmt, einfache, zweckbestimmende Gedanken auszudrücken, bei denen es sich gewöhnlich um konkrete Dinge oder physische Vorgänge handelte.
Ein Merkmal der Neusprach-Grammatik war die vollständige Austauschbarkeit unter den verschiedenen syntaktischen Bestandteilen. Jedes Wort konnte sowohl als Zeit-, Haupt-, Eigenschafts- oder Umstandswort verwendet werden. Zeit- und Hauptwort hatten dieselbe Form, wenn sie die gleiche Wurzel hatten, ja selbst wo kein etymologischer Zusammenhang vorhanden war. Es gab zum Beispiel kein Wort für schneiden, da seine Bedeutung schon hinreichend durch das Hauptwort Messer gedeckt war. Eigenschaftswörter wurden gebildet, indem man dem Hauptwort die Nachsilbe -voll, Umstandswörter, indem man ihnen -weise anhängte.
Jedes Wort konnte durch Voranstellung von un- in sein Gegenteil umgewandelt oder durch die Voranstellung von plus- oder doppelplus- gesteigert werden. So bedeutete beispielsweise unkalt "warm", während pluskalt oder doppelpluskalt "sehr kalt" oder "überaus kalt" bedeuteten. Auch war es möglich, die Bedeutung fast jeden Wortes durch die Voranstellung von vor-, nach-, ober-, unter- usw. abzuwandeln. Diese Methode ermöglichte es, den Wortschatz ganz gewaltig zu vermindern.
Das zweite hervorstechende Merkmal der Neusprach-Grammatik war ihre Regelmäßigkeit. Abgesehen von einigen nachfolgend erwähnten Ausnahmen folgten alle Beugungen derselben Regel. Bei allen Zeitwörtern waren das Imperfektum und das Partizip der Vergangenheit identisch und endeten auf -te. Das Imperfektum stehlen war stehlte, von denken denkte usw., während alle Formen wie dachte, schwamm, brachte, sprach, nahm abgeschaffen waren.
Die einzigen Wortarten, die weiterhin unregelmäßig gebeugt werden durften, waren die Fürwörter und die Hilfszeitwörter. Ein Wort, das schwer auszusprechen oder leicht mißzuverstehen war, galt eo ipso als etwas Schlechtes: deshalb wurden gelegentlich um des Wohlklangs willen Buchstaben in ein Wort eingeschoben oder veraltete Formen beibehalten. Aber diese Notwendigkeit machte sich vor allem im Zusammenhang mit Wortschatz B bemerkbar.
Der Wortschatz B bestand aus Wörtern, die absichtlich zu politischen Zwecken gebildet worden waren, d.h. die nicht nur in jedem Fall auf einen politischen Sinn abzielten, sondern dazu bestimmt waren, den Benutzer in die gewünschte Geisterverfassung zu versetzen. Ohne ein eingehendes Vertrautsein mit den Prinzipien des Engsoz war es schwierig, diese Wörter richtig zu gebrauchen. In manchen Fällen konnte man sie in die Altsprache oder sogar in Wörter aus dem Wortschatz A übersetzen, aber dazu war gewöhnlich eine lange Umschreibung notwendig, und unweigerlich gingen dabei gewisse Schattierungen verloren. Die B-Wörter waren eine Art Stenographie, mit der man oft eine ganze Gedankenreihe in ein paar Silben zusammenfassen konnte. Ihre Formulierungen waren zugleich genauer und zwingender als die gewöhnliche Sprache.
Die B-Wörter waren immer zusammengesetzt. Sie bestanden aus zwei oder mehr Wörtern oder Wortteilen, die zu einer leicht aussprechbaren Form zusammengezogen waren. Die erzielte Verschmelzung war zunächst immer ein Hauptwort, von dem dann in der üblichen Weise weitere Wörter abgeleitet wurden. Beispiel: Das Wort Gutdenk bedeutete gemeinhin "orthodoxe Haltung, Strenggläubigkeit", als Zeitwort "in orthodoxer Weise denken" (Vergangenheit gutdenkte); als Eigenschaftswort gutdenkvoll; als Umstandswort gutdenkweise; als Hauptwort Gutdenker.
Der Stamm der B-Wörter konnte Bestandteilen jeder Wortart angehören, die in jeder Reihenfolge angeordnet und beliebig verstümmelt werden konnten, um ein leicht aussprechbaren neues Wort zu bilden. In dem Wort Undenke (Verstoß gegen die Parteidisziplin) z.B. stand denken an zweiter Stelle, während es in Denkpoli (Gedankenpolizei) auf die erste Stelle kam, wobei das Wort Polizei seine dritte Silbe einbüßte.
Manche B-Wörter hatten eine höchst differenzierte Bedeutung, die jemandem, der nicht mit der Sprache im ganzen vertraut war, kaum verständlich wurde. Als Beispiel diene ein typischer Satz aus dem Times-Leitartikel: Altdenker unintusfühl Engsoz. Die kürzeste Wiedergabe, die davon in der Altsprache möglich gewesen wäre, hätte lauten müssen: "Diejenigen, deren Weltanschauung sich vor der Revolution geformt hat, können die Prinzipien des neuen englischen Sozialismus nicht wirklich von innen heraus verstehen." Aber das ist keine ausreichende Übersetzung. Man müßte eigentlich, um die volle Bedeutung des oben angeführten Neusprachsatzes zu verstehen, erst eine genaue Vorstellung von dem haben, was mit Engsoz gemeint war. Dazu kommt, daß nur ein völlig im Engsoz aufgegangener Mensch die ganze Kraft des Wortes intusgefühl nachzuempfinden vermag, das eine blinde, begeisterte Hingabe bezeichnete, die man sich nur schwer vorstellen kann, desgleichen das Wort Altdenk, das untrennbar mit der Vorstellung von Schlechtigkeit und Entartung verknüpft war.
Wie wir bereits bei dem Wort frei gesehen haben, wurden Wörter, die früher einen ketzerischen Sinn hatten, manchmal aus Bequemlichkeitsgründen beibehalten - aber nur, nachdem man sie von ihren unerwünschten Bedeutungen gereinigt hatte. Zahlreiche Wörter wie Ehre, Gerechtigkeit, Moral, Internationalismus, Demokratie, Wissenschaft und Religion gab es ganz einfach nicht mehr. Sie waren durch ein paar Überbegriffe ersetzt und damit hinfällig geworden. Alle mit den Begriffen der Freiheit und Gleichheit zusammenhängenden Wörter z.B. waren in dem einzigen Wort Undenk enthalten, während alle um die Begriffe Objektivität und Rationalismus kreisenden Wörter sämtlich in dem Wort Altdenk inbegriffen waren. Eine größere Genauigkeit wäre gefährlich gewesen.
Kein Wort des Wortschatzes B war ideologisch neutral. Eine ganze Anzahl hatte den Charakter reiner sprachlicher Tarnung und waren einfach Euphemismen. So bedeuteten z.B. Wörter wie Lustlager (= Zwangsarbeitslager) oder Minipax (= Friedensministerium = Kriegsministerium) fast das genaue Gegenteil von dem, was sie zu besagen scheinen. Andererseits zeigen einige Wörter ganz offen eine verächtliche Kenntnis der wahren Natur der ozeanischen Verhältnisse. Ein Beispiel dafür war Prolefutter, womit man die armseligen Lustbarkeiten und die verlogenen Nachrichten meinte, mit denen die Massen von der Partei abgespeist wurden. Anderer Wörter wiederum hatten eine Doppelbedeutung; sie bedeuteten etwas Gutes,wenn sie auf die Partei, und etwas Schlechtes, wenn sie auf deren Feinde angewandt wurden. Aber außerdem gab es noch eine große Anzahl von Wörtern, die auf den ersten Blick wie einfache Abkürzungen aussahen und ihre ideologische Färbung nicht von ihrer Bedeutung, sondern von ihrer Zusammensetzung bekamen.
Soweit wie möglich wurde alles, was irgendwie politische Bedeutung hatte oder haben konnte, dem Wortschatz B angepaßt. Der Name jeder Organisation oder Gemeinschaft, jedes Dogmas, jedes Landes, jeder Verordnung, jedes öffentlichen Gebäudes wurde unabänderlich auf den gewohnten Nenner gebracht: in der Form eines einzigen, leicht aussprechbaren Wortes mit möglichst geringer Silbenzahl, von dem man die ursprüngliche Ableitung noch ablesen konnte. Im Wahrheitsministerium z.B. wurde die Registrierabteilung, in der Winston Smith beschäftigt war, Regab genannt, die Literaturabteilung Litab, die Televisor-Programm-Abteilung Telab usw. Das geschah nicht nur aus Gründen der Zeitersparnis. Schon in den ersten Jahrzehnten des zwanzigsten Jahrhunderts waren solche zusammengezogenen Wörter charakteristisches Merkmal der politischen Sache gewesen; wobei es sich gezeigt hatte, daß die Tendenz, solche Abkürzungen zu benutzen, in totalitären Ländern und bei totalitären Organisationen am ausgeprägtesten war (Nazi, Gestapo, Komintern, Agitprop). Zunächst war das Verfahren offenbar ganz unbewußt und zufällig in Gebrauch gekommen, in der Neusprache aber wurde es vorsätzlich angewandt. Man hatte erkannt, daß durch solche Abkürzungen die Bedeutung einer Bezeichnung eingeschränkt und unmerklich verändert wurde, indem sie die meisten der ihr sonst anhaftenden Gedankenverbindungen verlor. Die Wörter Kommunistische Internationale z.B. erwecken das Bild einer weltumspannenden Menschheitsverbrüderung, von roten Fahnen, Karl Marx und der Pariser Kommune. Das Wort Komintern dagegen läßt lediglich an eine eng zusammengeschlossene Organisation und eine deutlich umrissene Gruppe von Anhängern einer politischen Doktrin denken; es umreißt etwas, das fast so leicht zu erkennen und auf seinen Zweck zu beschränken ist wie ein Stuhl oder ein Tisch. Komintern ist ein Wort, das man fast gedankenlos gebrauchen kann, während man über die Bezeichnung Kommunistische Internationale schon einen Augenblick nachdenken muß. Ebenso sind die Assoziationen, die durch ein Wort wie Miniwahr hervorgerufen werden, geringer an Zahl und leichter kontrollierbar als bei der Bezeichnung Wahrheitsministerium. Das erklärt nicht nur die Gewohnheit, bei jeder nur möglichen Gelegenheit Abkürzungen zu gebrauchen, sondern auch die fast übertriebene Sorgfalt, die darauf verwendet wurde, für jedes dieser Wörter eine bequem aussprechbare Form zu finden.
Es überwog in der Neusprache deshalb die Rücksicht auf leicht eingehenden Wohlklang jede andere Erwägung, außer der Genauigkeit der Bedeutung; grammatikalische Regeln mußten immer zurücktreten, wenn es erforderlich schien. Und das mit Recht, denn man benötigte - vor allem für politische Zwecke - unmißverständliche Kurzwörter, die leicht ausgesprochen werden konnten und im Denken des Sprechers ein Minimum an ideenverwandten Erinnerungen wachriefen. Die einzelnen Wörter des Wortschatzes B gewannen noch an Ausdruckskraft dadurch, daß sie einander fast alle sehr ähnlich waren. Sie waren fast immer zwei-, höchstens dreisilbig (Gutdenk, Minipax, Lustlager, Engsoz, Intusgefühl, Denkpoli), wobei die Betonung enbenso häufig auf der ersten wie auf der letzten Silbe lag. Durch ihre Verwendung entwickelte sich ein bestimmter rednerischer Stil, der zugleich zackig, hohltönend und monoton war.
Der Wortschatz C bildete eine Ergänzung der beiden vorhergehenden und bestand lediglich aus wissenschaftlichen und technischen Fachausdrücken. Diese ähnelten den früher gebräuchlichen und leiteten sich aus den gleichen Wurzeln ab, doch ließ man die übliche Sorgfalt walten, sie streng zu umreißen und von unerwünschten Nebenbedeutungen zu säubern. Sie folgten den gleichen grammatikalischen Regeln wie die Wörter in den beiden anderen Wortschätzen. Sehr wenig C-Wörter tauchen in der politischen Sprache oder der Umgangssprache auf. Jeder wissenschaftliche Arbeiter oder Techniker konnte alle von ihm benötigten Wörter in einer für sein Fach aufgestellten Liste finden, während er selten über eine mehr als oberflächliche Kenntnis der in den anderen Listen verzeichneten Wörter verfügte. Nur einige wenige Wörter standen auf allen Listen, doch es gab kein Vokabular, das die Funktion der Wissenschaft unabhängig von ihren jeweiligen Zweigen als eine geistige Einstellung oder Denkungsart ausgedrückt hätte, ja es gab nicht einmal ein Wort für "Wissenschaft", da jeder Sinn, den es hätte geben können, bereits hinreichend durch das Wort Engsoz umschrieben war.
Es war also in der Neusprache so gut wie unmöglich, verbotenen Ansichten, über ein sehr niedriges Niveau hinaus, Ausdruck zu verleihen. Man konnte natürlich ganz grobe Ketzereien wie einen Fluch aussprechen. Man hätte z.B. sagen können: Der Große Bruder ist ungut. Aber diese Feststellung, die für ein orthodoxes Ohr lediglich wie ein handgreiflicher Unsinn geklungen hätte, durch Vernunftargumente zu stützen, wäre ganz unmöglich gewesen, da die nötigen Wörter dafür fehlten. Im Jahre 1984, zu einer Zeit also, da die Altsprache noch das normale Verständigungsmittel war, bestand theoretisch noch immer die Gefahr, daß man sich bei der Benutzung von Neusprachwörtern an ihren urspünglichen Sinn erinnern konnte. In der Praxis war es für jeden im Zwiedenken geschulten Menschen natürlich nicht schwer, das zu vermeiden, aber schon nach zwei weiteren Generationen würde auch die bloße Möglichkeit einer solchen Entgleisung verschwunden sein. Ein mit der Neusprache als einzigem Verständigungsmittel aufwachsender Mensch würde nicht mehr wissen, daß gleich einmal die Nebenbedeutung von "politisch gleichberechtigt" gehabt oder daß frei einmal "geistig frei" bedeutet hatte, genausowenig wie ein Mensch, der noch nie etwas vonm Schachspiel gehört hat, die darauf bezüglichen Nebenbedeutungen von Königin und Turm kennen kann. Viele Verbrechen und Vergehen würde dieser Mensch nicht mehr begehen können, weil er keinen Namen mehr dafür hatte und sie sich deshalb gar nicht mehr vorstellen konnte.
Es war vorauszusehen, daß im Laufe der Zeit die Besonderheiten der Neusprache immer mehr hervortreten würden - es würde immer weniger Wörter geben und deren Bedeutung immer starrer werden. Auch würde die Möglichkeit, sie zu unlauteren Zwecken zu gebrauchen, ständig geringer werden.
Sobald die Altsprache ein für allemal verdrängt war, war auch das letzte Bindeglied mit der Vergangenheit dahin. Die Geschichte war bereits umgeschrieben worden, doch gab es da und dort unzureichend zensierte Bruchstücke aus der Literatur der Vergangenheit, und solange jemand die Altsprache verstand, war es möglich, sie zu lesen. In der Zukünft würden solche Fragmente, auch wenn sie zufälligerweise erhalten blieben, unverständlich und unübersetzbar sein. Es war unmöglich, irgend etwas aus der Alt- in die Neusprache zu übertragen, es sei denn, es handelte sich um ein technisches Verfahren oder um einen einfachen alltäglichen Vorgang, oder es war bereits linientreu (gutdenkvoll würde der Neusprachausdruck lauten) in seiner Tendenz. Praktisch bedeutete dies, daß kein vor 1960 geschriebenes Buch, so wie es war, übersetzt werden konnte. Vorrevolutionäre Literatur konnte nur einer ideologischen Übertragung unterzogen werden, daß heißt einer Veränderung sowohl dem Sinne als der Sprache nach. Man nehme z.B. die wohlbekannte Stelle aus der amerikanischen Unabhängigkeitserklärung:
Wir erachten diese Wahrheiten als selbstverständlich, daß alle Menschen gleich geschaffen worden sind, daß der Schöpfer ihnen gewisse unabänderliche Rechte verliehen hat, als solche sind: Leben, Freiheit und das Streben nach Glück. Daß, um diese Rechte ihnen zu sichern, Regierungen unter den Menschen eingesetzt worden sind, deren gerechte Gewalt sich von der Zustimmung der Regierten herleitet. Daß, wenn immer eine Form der Regierung zerstörend in diese Endzwecke eingreift, das Volk das Recht besitzt, diese zu ändern oder abzuschaffen und eine neue Regierung einzusetzen ...
Es wäre ganz unmöglich gewesen, dies in die Neusprache zu übertragen und dabei den Sinn des Originals zu erhalten. Als nächsten etwa käme diesem Vorgang das Aufgehen dieses ganzes Abschnittes in dem einen Wort: Verbrechdenk. Eine vollständige Übersetzung hätte nur eine logische sein können, wobei Jeffersons Worte in eine Lobeshymne auf die absolutistische Regierungsform umgewandelt worden wären.
Ein großer Teil der Literatur der Vergangenheit war tatsächlich schon in dieser Weise verändert worden. Prestigerücksichten ließen es wünschbar erscheinen, das Andenken an bestimmte historische Figuren beizubehalten, doch so, daß man deren Errungenschaften mit der Linie des Engsoz in Einklang brachte. Verschiedene Schriftsteller, wie Shakespiere, Milton, Swift, Byron, Dickens und andere, wurden deshalb einer Übertragung unterzogen. Sobald dies vollbracht worden war, wurden sowohl die Originalwerke wie auch alles andere, das aus der Literatur übriggeblieben war, vernichtet. Diese Art von Übertragungen waren eine langwierige und mühsame Angelegenheit, und deren Beendigung konnte nicht vor dem ersten oder zweiten Jahrzehnt des einundzwanzigsten Jahrhunderts erwartet werden. Es gab noch eine große Menge reiner Fachliteratur - unentbehrliche technische Handbücher und dergleichen, die in der gleichen Weise bearbeitet werden mußten. Hauptsächliuch um Zeit zu den vorbereitenden Übersetzungsarbeiten zu gewinnen, wurde die endgültige Einführung der Neusprache auf einen so späten Zeitpunkt wie 2050 festgesetzt."

Vergleichen Sie "1984" mit der heutigen Wirklichkeit der Zertrümmerung der Deutschen Sprache! Glauben Sie etwa immer noch, "1984" wäre ein Zukunftstroman? Tatsächlich ist "1984" nichts anderes als ein in Romanform gekleidetes politisches Programm zur Sicherstellung und Erweiterung der britisch-imperialistischen Machtgelüste, auch Geopolitik genannt, wobei die "christlichen" Briten ungeniert im Blut von hunderten Millionen Ermordeter waten. Fragen Sie sich, wie die Miniaturinsel England die Hälfte der Welt unterwerfen und unterjochen konnte. Mit militärischen Mitteln wohl kaum, sie waren nur das letzte Mittel zum Zweck.

"Wer die Vergangenheit kontrolliert, kontrolliert die Zukunft.
Wer die Gegenwart kontrolliert, kontrolliert die Vergangenheit."

Nachzulesen bei Orwell.

nach oben


Achtung, Sprachpolizei!
Wie das Deutsche zensiert werden soll: mit Verboten und Selbstgerechtigkeit

Von Thomas Paulwitz
"Neusprech sollte nicht nur ein Ausdrucksmittel für die ... gemäße Weltanschauung und Geisteshaltung bereitstellen, sondern auch alle anderen Dernkweisen unmöglich machen ... Dies erreichte man zum Teil durch die Erfindung neuer, hauptsächlich aber durch die Eliminierung unerwünschter Wörter ... Wenn Altsprech ein für allemal verdrängt worden war, würde das letzte Bindeglied zur Vergangenheit durchtrennt sein. Die Geschichte war bereits umgeschrieben worden."
So steht es in den "Grundlagen des Neusprech", die George Orwell in seinem Buch "1984" niedergeschrieben hat. Der "Münchner Merkur" meinte vor einigen Jahren, "Orwell hätte sein berühmtes Buch auch '2000' nennen können". Denn die Anhänger eines Neusprech treiben auch heute noch ihr Unwesen, beispielsweise in Dudens "Deutschem Universalwörterbuch" (DUW). In der neuesten Auflage (2006) geben die Herausgeber Anweisungen, welche Wörter nicht gebraucht werden sollten.
So ist das "Unkraut" vernichtet worden. Das Wörterbuch rät, "auf die Bezeichnungen 'Wildkräuter' oder 'wild wachsende Pflanzen' auszuweichen. Es geht weiter: "Wegen der Anlehnung an die diskriminierende Bezeichnung 'Neger' sollte das Wort 'Negerkuß' ebenfalls vermieden und durch 'Schokokuß' ersetzte werden."
Und: Das Wort "türken" sollte, obwohl die Wortgeschichte unklar ist, im "öffentlichen Sprachgebrauch unbedingt vermieden werden", da es "von türkischstämmigen Mitbürger(innen)n als diskriminierend empfunden werde. So solle man auch nicht mehr "Mohammedaner" sagen, sondern "Moslem" oder "Muslim". Das Wort "Rasse" möge durch "Menschen anderer Hautfarbe", "Ausländer" durch "ausländische Mitbürger" ersetzt werden, so der Wille der selbsternannten Sprachpolizisten.
Die vermeintlichen Frauenrechtler in der DUW-Wörterbuchredaktion haben außerdem bereits in der Auflage des Jahres 2003 mehr als 5.000 weibliche Formen wie "Bausparerin" und "Vizeadmiralin" aufgenommen. Da der Umfang insgesamt nicht zunehmen sollte, mußten im Gegenzug Tausende scheinbar unwichtiger Wörter gestrichen werden. Wie nicht anders zu erwarten, verzeichnet das DUW nur noch den Neuschrieb, obwohl die bewährte Rechtschreibung noch in zahlreichen Büchern und Veröffentlichungen anzutreffen ist. "Universal" ist das Universalwörterbuch damit jedenfalls nicht.
Das Wörterbuch ist kein Einzelfall für Sprachverbote. Unter der Aufsicht des linksextremen Duisburger Instituts für Sprach- und Sozialforschung (DISS) will der Deutsche Journalisten-Verband (DJV), Interessenverband und Gewerkschaft der Journalisten, eine "Sprachfibel" herausgeben, als "unverzichtbares Werkzeug für den journalistischen Alltag" und "um die Sprache zu reinigen". In der Fibel werden Wörter aufgezählt, die verboten sein sollen, weil sie angeblich den "Rassismus" begünstigen. So will das DISS den Begriff der Rasse "dekonstruieren", um mit dem Verbot des Wortes "Rasse" "die Deutung eines gesellschaftlichen Sachverhaltes grundsätzlich zu verändern". Auch das Wort "Gutmensch" wollen die Gutmenschen tilgen. Gleichzeitig geben sie Meldebögen zur Denunziation aus. So können wachsame Mitbürger dem DJV die Verwendung verbotener Wörter anzeigen. Die Sprachpolizisten wollen also ein Bevormundungs- und Bespitzelungssystem errichten. Wir sollen aus Angst den Mund halten. Journalisten sollen die Schere schon im eigenen Kopf zuschnappen lassen.
Die "Bibel in gerechter Sprache", die am diesjährigen Reformationstag veröffentlicht wurde, ist ein weiterer Anschlag der Sprachpolizei auf die Deutsche Sprache. 400.000 EURO hat es gekostet, daß mehr als 50 Verfasser über fünf Jahre lang die Bibel umgeschrieben haben. Aus "Vater unser" werden "Vater und Mutter unser". Jesus hat nun - historisch falsch - nicht nur Jünger, sondern auch Jüngerinnen. Er verkündet in der Bergpredigt nicht mehr "Ich aber sage euch", sondern ganz bescheiden und unverbindlich "Ich lege euch das heute so aus". Die Propheten dürfen, aus Rücksicht auf die Gefühle der heutigen Juden, Israel nicht mehr ein Strafgericht Gottes androhen: Statt "reif zum Ende" ist das Volk Israel nur noch "reif". Aus Gott, dem Herrn, wird "die Heilige" und die "Ewige", aus dem Heilgen Geist die "Heilige Geistkraft". Das "Forum Lebendige Kirche" bezeichnet diese Entstellung des Gotteswortes denn auch als "Bibel in selbstgerechter Sache".
Die sogenannte "Political Correctness" will Probleme lösen, indem sie Bezeichnungen aus dem Verkehr zu ziehen oder zu verändern versucht. Diese Wortverleugnung erschwert aber das Denken und Sprechen über diese Probleme, so daß sie nicht gelöst, sondern verdrängt werden, bis schließlich das böse Erwachen kommt. Die "Bibel in gerechter Sprache" mag lächerlich wirken: die Idee jedoch, die dahintersteckt, darf man nicht unterschätzen. Letztlich handelt es sich um den Versuch einer Minderheit, die Mehrheit umzuerziehen.
Was tun? Es ist wichtig, Bestrebungen, unsere Sprache zu manipulieren, sofort im Keim zu ersticken. Das geht nur durch tätigen Widerstand. Die Vernichtung Tausender Deutscher Wörter durch die zahllosen Getrenntschreibungen der Rechtschreibreform konnten die Befürworter der traditionellen Rechtschreibung gerade noch abwehren. Sollten Sprachpolizisten versuchen, ein Wort durch Stigmatisierung zu verbieten, sollten wir es erst recht verwenden; nicht nur, um das Wort zu retten, sondern auch, um das Denken über schwierige Sachverhalte weiterhin zu ermöglichen. Das ist gut für Neger, Zigeuner, Ausländer und Gott den Herrn."
Übernommen aus: "Deutsche Sprachwelt". Mehr zum Thema unter: www.deutsche-sprachwelt.de.

nach oben


Fünf Schritte zur erfolgreichen Abschaffung der Rechtschreibung
   
Erster Schritt: Wegfall der Großschreibung. einer sofortigen einführung steht nichts im weg, zumal schon viele grafiker und werbeleute zur kleinschreibung übergegangen sind.
zweiter schritt: wegfall der dehnungen und schärfungen. dise masname eliminirt schon di gröste felerursache in der grundschule, den sin oder unsin unserer konsonantenverdoplung hat onehin nimand kapirt.
driter schrit: v und pn ersetzt durch f, z ersezt durch s. das alfabet wird um swei buchstaben redusirt, schreibmaschinen und sesmaschinen fereinfachen sich, wertfole arbeitskräfte könen der wirtsaft sugeführt werden.
firter schrit: q, c und ch ersest durch k, j und y ersest durch i, pf ersest durch f. iest sind son seks bukstaben ausgesaltet, di sulseit kan sofort fon neun auf swei iare ferkürst werden, anstat aksig prosent rektsreibunterikt könen musike fäker wi fisik, kemi und reknen mer geflekt werden.
fünfter skrit: wegfal von ä, ö und üseiken. ales uberflusige ist iest ausgemerst, di ortografi wird slikt und einfak, naturlik benotikt es einige seit, bis dise fereinfakung uberal riktik ferdaut ist, fileikt sasungsweise ein bis swei iare. anslisend durfte als nakstes sil di fereinfakung der nok swirigeren gramatik anfisirt werden.
   
... und und und ... bis zur erfolgreichen Abschaffung der Deutschen Sprache!

nach oben
   

nach oben