Sprache

Sprache für den Hausgebrauch
Sprache im Bereich Rechner/Weltnetz

Die Sprache dieser Darstellung ist Deutsch, Deutsche Mundarten;
Englisch, Türkisch und andere Sprachen sind hier verpönt.

Wer Denglisch spricht, beweist damit nur, daß er/sie die Deutsche Sprache nicht beherrscht.

"Das höchste Gut des Mannes ist sein Volk,
Das höchste Gut des Volkes ist sein Recht.
Des Volkes Seele lebt in seiner Sprache,
Dem Volk, dem Recht und seiner Sprache treu,
Fand uns der Tag, wird jeder Tag uns finden."
(Felix Dahn - Inschrift aus dem Jahre 1897, am Stadthaus zu Eger)
  
"Der Sprachverderber ist der eigentliche Hochverräter."
Josef Weinheber (Mord an Apollo, Alexander von Senger, Seite 181)

"Kein größerer Schaden kann einer Nation zugefügt werden, als wenn man ihr den Nationalcharakter, die Eigenheit ihres Geistes und ihrer Sprache raubt."
J. G. Herder
  
Beispiele für die Verhunzung der Deutschen Sprache finden Sie hier.

 Hier kommen Sie zum Verein Deutsche Sprache e.V.

  
Der Faucher 
Der Boykott der Deutschen Sprache nach dem Ersten Weltkrieg
Millionen für englischen "Slogan"
George Orwell's "Neusprech"
Achtung, Sprachpolizei!
Fünf Schritte zur erfolgreichen Abschaffung der Rechtschreibung

    
Der Faucher

Reisen bildet bekanntlich. Wer etwa mit der Deutschen Bahn AG auf Tour geht, der kann seine Englischkenntnisse auf internationales Niveau schrauben. Schon auf dem Bahnsteig. Dort werben nämlich bundesweit seit einiger Zeit grellrote Plakate für "W-Lan auf dem Bahnsteig". Wahrscheinlich, um sich die Wartezeiten auf verspätete Züge angenehmer zu verteiben, kann der erwartungsfrohe Bahnreisende jetzt direkt vom Bahnsteig ins weltweite Netz auf und davon surfen. Toll. Aber halt. Natürlich, so ist es auf dem Plakat zu lesen, bedarf es dazu eines vouchers. Was immer das ist, es ist irgendwo unten in den Katakomben des Bahnhofs am service-point erhältlich.
Irritiert suche ich erst einmal Hilfe beim Bahnsteigpersonal. Das wird bestimmt nicht mehr so bezeichnet, aber der zeitgemäße Terminus fällt mir gerade nicht ein. Die in ihrem schicken Dienst-Outfit absolut ICE-taugliche Dame, bei der einem das Wort "Schaffnerin" nicht einmal entfernt in den Sinn kommt, lächelt freundlich. "Oh ja, das", meint sie und strahlt mich an, "das kriegen Sie am service-point." Sagt's und entschwindet mit atemberaubendem Hüftschwung.
Nach reichlich Sucherei taucht endlich der gelbleuchtende Hinweis service-point vor mir auf. Eine nicht minder gut aussehende Dame erkundigt sich dort nach meinen Wünschen. "Was kann ich für Sie tun?"
"Ah ja, Sie brauchen unseren Faucher", haucht sie weltoffen und voller Sprachgewandtheit. "Angelika, wo ham wa denn die Faucher?" Die Angesprochene zuckt nur kurz zusammen und nickt wortlos in Richtung eines Regals. Ich bekomme ein Zettelchen im Scheckkartenformat ausgehändigt, zahle einen Obolus und entschwinde wieder in Richtung Bahnsteig. Gerade als ich lossurfen will, kommt mein Zug. Diesmal pünktlich. Ehe mich die Spannung völlig übermannt, schlage ich nach Einnahme meines Sitzplatzes per Laptop sofort nach. "Voucher", lese ich da, englisch, sprich wautscha, na also, Eintrittskarte, Gutschein, aha, auch Essenmarke, Berechtigungsausweis (zum Beispiel für einen hot-spot). Wobei mit letzterem sicher nicht die Dame am counter des service-points im basement gemeint ist. Na bitte, sag ich doch, Reisen bildet.
Christoph Huppert
(Text und nachfolgendes Bild entnommen aus "Sprachnachrichten", März 2008, Seite 8.)

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Deutsch als Wissenschaftssprache
Der Boykott der Deutschen Sprache nach dem Ersten Weltkrieg
- eine Buchbesprechung

Über die Ursachen des Ersten Weltkrieges ist viel geschrieben worden. Zu einem besonderen, bisher kaum beachteten Punkt, dem alliierten Boykott des Deutschen als Wissenschaftssprache, ist jedoch erstmals mehr als 90 Jahre nach dem damaligen Geschehen von Roswitha REINBOTHE eine ausführliche Monographie erschienen, 1) die ganz neue Erkenntnisse vermittelt und deswegen einer Richtigstellung gleichkommt.
Die Sprachwissenschaftlerin geht in dieser Habilitationsschrift der Universität Duisburg-Essen aus dem Jahre 2006 zunächst der großen Bedeutung des Deutschen als Wissenschaftssprache im 19. Jahrhundert nach und zeigt deren führenden Stellenwert für die Zeit vor dem Ersten Weltkrieg auf. Insbesondere weist sie auf die Menge der wissenschaftlichen Zeitschriften in Deutscher Sprache, die Zahl und das Ansehen der Deutschen Akademien und die zahlreichen internationalen Vereinigungen mit Sitz im Deutschen Reich hin. Viele Ausländer veröffentlichten damals in Deutschen Zeitschriften in Deutscher Sprache. Vor allem für die Astronomie, die Erdmessung, Seismologie, Geographie und Chemie wird die führende Deutsche Stellung materialreich belegt. Auf internationalen Tagungen und in überstaatlichen Wissenschaftsvereinigungen galten Französisch, Englisch und Deutsch als die drei gängigen und gleichberechtigten Wissenschaftssprachen.
Doch schon vor dem Ersten Weltkrieg traten in Frankreich und England einflußreiche Stimmen auf, die die Deutsche Sprachvorherrschaft in einigen Fachbereichen kritisierten, auf die politischen Folgen derselben hinwiesen und eine Beschränkung des Deutschen im Wissenschaftsbereich forderten.
Mit dem Ausbruch des Ersten Weltkrieges gewannen diese Bestrebungen an Einfluß, insbesondere, als viele Deutsche Wissenschaftler sich hinter die Politik der Reichsregierung stellten, etwa in dem Aufruf „An die Kulturwelt" von 93 Forschern, der am 4. Oktober 1914 in Deutschen Zeitungen veröffentlicht wurde. 2) So gab der britische Chemienobelpreisträger (1904) William RAMSEY 3) kurz darauf eine Gegenerklärung ab. Nach seiner Ansicht gehe es um einen „Krieg der Humanität gegen Inhumanität ... des Rechtes gegen Unrecht" („of right against wrong") die - von der britischen Kriegspropaganda erfundenen, wie sich später herausstellte - Greueltaten der Deutschen in Belgien und Frankreich seien ein Rückfall Deutschlands in die Barbarei („relapsing into barbarism"). Deren Ursache sei der autoritäre, „teutonische Charakter" und das Weltmachtstreben der Deutschen. „Ihr Ideal ... ist, die Weltvorherrschaft für ihre Rasse zu sichern ..." „Deutschland über alles in der Welt", deswegen der „Krieg". Unter dem Leitwort „niemals wieder" müßten die Alliierten alles tun, um diesen gefährlichen Deutschen Despotismus, der wie ein Krebsgeschwür sich in die Moral der Deutschen Nation eingefressen habe, ein für allemal zu vernichten. 4)
Knapp ein Jahr später forderte er den Ausschluß der Deutschen Wissenschaftler von internationalen Tagungen: „Internationale Versammlungen zu wissenschaftlichen Zwecken werden ganz sicher auch künftig stattfinden, aber nur unter der Bedingung, daß Deutsche und österreichische Vertreter ausgeschlossen werden." 5)
Und so kam es dann auch. Franzosen und Engländer setzten sich, teilweise gegen den Widerspruch aus neutralen Ländern, durch: „Nach dem Ersten Weltkrieg verhängten die alliierten Akademien der Wissenschaften gegen Deutschland und die mit ihm verbündeten Länder einen Wissenschaftsboykott. Eng verknüpft damit war ein Boykott gegen Deutsch als internationale Wissenschaftssprache. Aus internationalen Wissenschaftsverbänden wurden die Deutschen und österreichischen Wissenschaftler und mit ihnen die Deutsche Sprache ausgeschlossen. Die Folge davon war ein Statusverlust und Rückgang des Deutschen als internationale Wissenschaftssprache." 6)
Schon während des Krieges hatten einige Akademien und wissenschaftliche Gesellschaften den Ausschluß ihrer Deutschen Mitglieder beschlossen. 7) 1917 forderte der französische Mathematiker und Sekretär der Académie des Sciences in Paris, Emile PICARD, die Auflösung der alten internationalen Vereinigungen und die Gründung neuer ohne Deutsche Beteiligung. 8)
Schon während des Krieges wurden dazu die ersten Schritte unternommen, die zu einer interalliierten Konferenz der Akademien der Wissenschaften vom 9. bis 11. Oktober 1918 in London sowie vom 26. bis 29. November 1918 in Paris führten. Diese beschlossen insbesondere den Aufbau neuer internationaler Fachunionen der Astronomie, Geophysik und Chemie - früher Deutsche Domänen -, bei denen die Deutschen nun ausgeschlossen waren. Die Gründung dieser Fachunionen und des Internationalen Forschungsrates („Conseil international de recherches") fand auf der alliierten Wissenschaftskonferenz vom 18. bis 28. Juli 1919 in Brüssel statt, zu der nicht einmal neutrale Staaten eingeladen waren. die Statuten des forschungsrats, die den Ausschluß der Deutschen und mit diesen verbündet gewesener Staaten vorsahen, sollten mindesten bis Ende 1931 reichen. 9) als amtliche Sprachen waren französisch und englisch vorgesehen, Deutsch war verboten.
Dazu eine kam eine „Ächtung der deutschsprachigen Fachpublikationen". 10) In den USA wurden sogar Deutsche Fachbücher verbrannt. Die angesehene Fachzeitschrift Science stellte am 20. Dezember 1918 fest: „In Buße verbrennen wir nun unsere Deutschen Bücher und vermeiden eifrig, irgend etwas in dieser Sprache zu lesen. Wir sind überrascht zu bemerken, wie gut wir ohne irgend etwas in dieser Sprache auskommen können und für wie wenig wir in Wirklichkeit dieser Sprache verpflichtet sind."
„An den 14 internationalen (wissenschaftlichen) Kongressen des Jahres 1919 nahmen überhaupt keine Deutschen Wissenschaftler teil." 11) Noch 1925 wurden auf 34 von 52 internationalen wissenschaftlichen Tagungen der Alliierten die Deutschen ausgeschlossen. Bis 1926 waren Deutsche Teilnehmer selbst von den internationalen Tuberkulosekonferenzen verbannt. Erst ab 1927 konnten sich gemäßigtere Stimmen in den alliierten Ländern durchsetzen, und der Boykott wurde langsam aufgegeben.
Das Ergebnis dieser Entwicklung war ein wesentlicher Rückgang der Bedeutung des Deutschen als Wissenschaftssprache, Englisch und Französisch gaben in Zukunft den Ton an, auch in den vor dem Ersten Weltkrieg von Deutschen angeführten Fachbereichen. Während noch 1915 in den USA 24,4 Prozent der Schüler an den öffentlichen High-Schools Deutsch lernten, waren es 1922 nur noch 0,7 Prozent. 12)
Abschließend stellt REINBOTHE fest: „Mit Deutschlands Niederlage im Ersten Weltkrieg, dem Vertrag von Versailles, der Errichtung des Völkerbunds und zentraler internationaler Wissenschaftsorganisationen hatten sich die Machtverhältnisse grundlegend verschoben. Das spiegelt sich im internationalen Status der Sprachen wider: Französisch und Englisch waren die Sprachen des Versailler Vertrags, des Völkerbunds und der von den Alliierten neu gegründeten internationalen Wissenschaftsverbände. Deutsch verlor seine vormals privilegierte Stellung als dritte offizielle Spreche im internationalen Wissenschaftsbetrieb." 13)
Der Zweite Weltkrieg mit der Zerschlagung des Deutschen Reiches setzte diese Entwicklung fort.
- R. K. -

1) Roswitha REINBOHE, Deutsch als internationale Wissenschaftssprache und der Boykott nach dem Ersten Weltkrieg, Peter Lang, Frankfurt 2006.
2) In Auszügen zitiert ebenda, S. 97. Die Verfasserin geht von der Kriegsschuld Deutschlands am lasten Weltkrieg aus - der einzige größere Nachteil des Buches.
3) William RAMSAY, „Germany‘s Aims and Ambitions" (Deutschlands Ziele und Bestrebungen), in: Nature, 8.10.1914.
4) REINBOTHE, aaO. (Anm. 1), S. 101.
5) Zitiert ebenda, S. 102, aus: Süddeutsche Monatshefte, August 1915, S. 829.
6) Ebenda, S. 11.
7) Ebenda, S. 107.
8) Ebenda, S. 129.
9) REINBOTHE, aaO. (Anm. 1), ebenda, S. 143.
10) Ebenda, S. 176.
11) Ebenda, S. 194.
12) Ebenda, S. 204.
13) Ebenda, S. 445.
(Anmerkung: Wenn Sie sich jetzt die Ausgrenzung der Deutschen Sprache in der EU - und in den deutschprachigen Ländern - vor Augen halten, dann wissen Sie, warum!)

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Millionen für englischen "Slogan"
Die schwarz-gelbe Landesregierung in Düsseldorf will bis zum Frühjar einen "Slogan" für Nordrhein-Westfalen finden und dafür rund zehn Millionen TEURO ausgeben. "Anfang 2008 soll die Ausschreibung stehen, bis zum Frühjar der Slogan", sagte Wirtschaftsministerin Christa Thoben (CDU). Mit dem "Slogan" soll sich das ganze Bundesland identifizieren können. Gesucht werde möglichst ein Begriff in englischer Sprache; ein Vorschlag sei "Europe's creative hartbeat" (Europas kreativer Herzschlag). Der Millionenbetrag wurde gestreckt über einen Zeitraum von drei Jahren ausgegeben. Anscheinend gibt es im heutigen Deutschland nichts mehr, was es nicht gibt!
Dornseiff: Sprache wohin? - Bemerkungen eines Sprachteilnehmers
.entnommen aus "National-Zeitung", 4. Januar 2008, Seite 10

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George Orwell's "Neusprech"
 
1949 prägte George Orwell in seinem Klassiker "1984" die Begriffe "Newspeak" (= Neusprache, Neusprech) und Doublethink (= Zwiedenken, Doppeldenken, Doppelzüngigkeit, die Indianer sagten dazu "mit gespaltener Zunge reden") - die herrschende Partei hat immer Recht, deshalb muß neu gedacht und neu gesprochen werden: Krieg ist Frieden, Lüge ist Wahrheit, Freiheit ist Sklaverei, Unwissenheit ist Macht. Neusprache oder Neusprech und Zwiedenken oder Doppeldenk werden von der Gedankenpolizei und dem Wahrheitsministerium, Big Brother, überwacht. Auf höhere Anordnung müssen frühere Zeitungsausgaben u.a. umgeschrieben werden. Orwells Fazit: Ändert die Begriffe, und ihr ändert das Bewußtsein.

Und nun zu Orwell's "Neusprech", ausgeführt in dessen "Zukunfts"roman "1984":
"Kleine Grammatik
Die Neusprache war die in Ozeanien eingeführte Amtssprache und zur Deckung der ideologischen Bedürfnisse des Engsoz erfunden worden. Sie hatte nicht nur den Zweck, ein Ausdrucksmittel für die Weltanschuung und seine geistige Haltung zu sein, die den Anhängern des Engsoz allein angemessen war, sonder darüber hinaus jede Art anderen Denkens auszuschalten. Wenn die Neusprache ein für allemal angenommen und die Altsprache vergessen worden war - etwa im Jahr 2050 -, sollte sich ein unorthodoxer - d.h. ein von den Grundsätzen des Engsoz abweichender Gedanke - buchstäblich nicht mehr denken lassen, wenigstens insoweit Denken eine Funktion der Sprache ist. Der Wortschatz der Neusprache war so konstruiert, daß jede Mitteilung, die ein Parteimitglied berechtigterweise machen wollte, eine genaue und oft differenzierte Form verliehen werden konnte, während alle anderen Inhalte ausgeschlossen wurden, ebenso wie die Möglichkeit, etwa auf indirekte Weise das Gewünschte auszudrücken. Das wurde teils durch die Erfindung, hauptsächlich aber durch die Ausmerzung unerwünschter Wörter erreicht und indem man die übriggebliebenen Wörter so weitgehend wie möglich jeder unorthodoxen Nebenbedeutung entkleidete. Ein Beispiel hierfür: Das Wort frei gab es zwar in der Neusprache noch, aber es konnte nur in Sätzen wie "Dieser Hund ist frei von Flöhen", oder "Dieses Feld ist frei von Unkraut" angewandt werden. In seinem alten Sinn von "politisch frei" oder "geistig frei" konnte es nicht gebraucht werden, da es diese politische oder geistige Freiheit nicht einmal mehr als Begriff gab und infolgedessen auch keine Bezeichnung dafür vorhanden war.
Die Neusprache war auf der vorhandenen Sprache aufgebaut, obwohl viele Neusprachansätze, auch ohne neu erfundene Wörter zu enthalten, für einen Menschen des Jahres 1949 kaum verständlich gewesen wäre. Der Wortschatz war in drei deutlich angegrenzte Klassen eingeteilt, die im folgenden gesondert behandelt werden. Für die rein grammatikalischen Besonderheiten gilt jedoch das unter Wortschatz A Gesagte für alle drei Kategorien.
Der Wortschatz A bestand aus den für das tägliche Leben benötigten Wörtern - für Dinge wie Essen, Trinken, Arbeiten, Anziehen, Treppensteigen, Eisenbahnfahren, Kochen u. dgl. Er war fast völlig aus bereits vorhandenen Wörtern zusammengesetzt, wie schlagen, laufen, Hund, Baum, Zucker, Haus, Feld - aber mit dem heutigen Wortschatz verglichen, war ihre Zahl äußerst klein und ihre Bedeutung viel strenger umrissen. Sie waren von jedem Doppelsinn und jeder Bedeutungsschattierung gereinigt. Es wäre ganz unmöglich gewesen, sich des Wortschatzes A etwa zu literarischen Zwecken oder zu einer politischen oder philosophischen Diskussion zu bedienen. Er war dazu bestimmt, einfache, zweckbestimmende Gedanken auszudrücken, bei denen es sich gewöhnlich um konkrete Dinge oder physische Vorgänge handelte.
Ein Merkmal der Neusprach-Grammatik war die vollständige Austauschbarkeit unter den verschiedenen syntaktischen Bestandteilen. Jedes Wort konnte sowohl als Zeit-, Haupt-, Eigenschafts- oder Umstandswort verwendet werden. Zeit- und Hauptwort hatten dieselbe Form, wenn sie die gleiche Wurzel hatten, ja selbst wo kein etymologischer Zusammenhang vorhanden war. Es gab zum Beispiel kein Wort für schneiden, da seine Bedeutung schon hinreichend durch das Hauptwort Messer gedeckt war. Eigenschaftswörter wurden gebildet, indem man dem Hauptwort die Nachsilbe -voll, Umstandswörter, indem man ihnen -weise anhängte.
Jedes Wort konnte durch Voranstellung von un- in sein Gegenteil umgewandelt oder durch die Voranstellung von plus- oder doppelplus- gesteigert werden. So bedeutete beispielsweise unkalt "warm", während pluskalt oder doppelpluskalt "sehr kalt" oder "überaus kalt" bedeuteten. Auch war es möglich, die Bedeutung fast jeden Wortes durch die Voranstellung von vor-, nach-, ober-, unter- usw. abzuwandeln. Diese Methode ermöglichte es, den Wortschatz ganz gewaltig zu vermindern.
Das zweite hervorstechende Merkmal der Neusprach-Grammatik war ihre Regelmäßigkeit. Abgesehen von einigen nachfolgend erwähnten Ausnahmen folgten alle Beugungen derselben Regel. Bei allen Zeitwörtern waren das Imperfektum und das Partizip der Vergangenheit identisch und endeten auf -te. Das Imperfektum stehlen war stehlte, von denken denkte usw., während alle Formen wie dachte, schwamm, brachte, sprach, nahm abgeschaffen waren.
Die einzigen Wortarten, die weiterhin unregelmäßig gebeugt werden durften, waren die Fürwörter und die Hilfszeitwörter. Ein Wort, das schwer auszusprechen oder leicht mißzuverstehen war, galt eo ipso als etwas Schlechtes: deshalb wurden gelegentlich um des Wohlklangs willen Buchstaben in ein Wort eingeschoben oder veraltete Formen beibehalten. Aber diese Notwendigkeit machte sich vor allem im Zusammenhang mit Wortschatz B bemerkbar.
Der Wortschatz B bestand aus Wörtern, die absichtlich zu politischen Zwecken gebildet worden waren, d.h. die nicht nur in jedem Fall auf einen politischen Sinn abzielten, sondern dazu bestimmt waren, den Benutzer in die gewünschte Geisterverfassung zu versetzen. Ohne ein eingehendes Vertrautsein mit den Prinzipien des Engsoz war es schwierig, diese Wörter richtig zu gebrauchen. In manchen Fällen konnte man sie in die Altsprache oder sogar in Wörter aus dem Wortschatz A übersetzen, aber dazu war gewöhnlich eine lange Umschreibung notwendig, und unweigerlich gingen dabei gewisse Schattierungen verloren. Die B-Wörter waren eine Art Stenographie, mit der man oft eine ganze Gedankenreihe in ein paar Silben zusammenfassen konnte. Ihre Formulierungen waren zugleich genauer und zwingender als die gewöhnliche Sprache.
Die B-Wörter waren immer zusammengesetzt. Sie bestanden aus zwei oder mehr Wörtern oder Wortteilen, die zu einer leicht aussprechbaren Form zusammengezogen waren. Die erzielte Verschmelzung war zunächst immer ein Hauptwort, von dem dann in der üblichen Weise weitere Wörter abgeleitet wurden. Beispiel: Das Wort Gutdenk bedeutete gemeinhin "orthodoxe Haltung, Strenggläubigkeit", als Zeitwort "in orthodoxer Weise denken" (Vergangenheit gutdenkte); als Eigenschaftswort gutdenkvoll; als Umstandswort gutdenkweise; als Hauptwort Gutdenker.
Der Stamm der B-Wörter konnte Bestandteilen jeder Wortart angehören, die in jeder Reihenfolge angeordnet und beliebig verstümmelt werden konnten, um ein leicht aussprechbaren neues Wort zu bilden. In dem Wort Undenke (Verstoß gegen die Parteidisziplin) z.B. stand denken an zweiter Stelle, während es in Denkpoli (Gedankenpolizei) auf die erste Stelle kam, wobei das Wort Polizei seine dritte Silbe einbüßte.
Manche B-Wörter hatten eine höchst differenzierte Bedeutung, die jemandem, der nicht mit der Sprache im ganzen vertraut war, kaum verständlich wurde. Als Beispiel diene ein typischer Satz aus dem Times-Leitartikel: Altdenker unintusfühl Engsoz. Die kürzeste Wiedergabe, die davon in der Altsprache möglich gewesen wäre, hätte lauten müssen: "Diejenigen, deren Weltanschauung sich vor der Revolution geformt hat, können die Prinzipien des neuen englischen Sozialismus nicht wirklich von innen heraus verstehen." Aber das ist keine ausreichende Übersetzung. Man müßte eigentlich, um die volle Bedeutung des oben angeführten Neusprachsatzes zu verstehen, erst eine genaue Vorstellung von dem haben, was mit Engsoz gemeint war. Dazu kommt, daß nur ein völlig im Engsoz aufgegangener Mensch die ganze Kraft des Wortes intusgefühl nachzuempfinden vermag, das eine blinde, begeisterte Hingabe bezeichnete, die man sich nur schwer vorstellen kann, desgleichen das Wort Altdenk, das untrennbar mit der Vorstellung von Schlechtigkeit und Entartung verknüpft war.
Wie wir bereits bei dem Wort frei gesehen haben, wurden Wörter, die früher einen ketzerischen Sinn hatten, manchmal aus Bequemlichkeitsgründen beibehalten - aber nur, nachdem man sie von ihren unerwünschten Bedeutungen gereinigt hatte. Zahlreiche Wörter wie Ehre, Gerechtigkeit, Moral, Internationalismus, Demokratie, Wissenschaft und Religion gab es ganz einfach nicht mehr. Sie waren durch ein paar Überbegriffe ersetzt und damit hinfällig geworden. Alle mit den Begriffen der Freiheit und Gleichheit zusammenhängenden Wörter z.B. waren in dem einzigen Wort Undenk enthalten, während alle um die Begriffe Objektivität und Rationalismus kreisenden Wörter sämtlich in dem Wort Altdenk inbegriffen waren. Eine größere Genauigkeit wäre gefährlich gewesen.
Kein Wort des Wortschatzes B war ideologisch neutral. Eine ganze Anzahl hatte den Charakter reiner sprachlicher Tarnung und waren einfach Euphemismen. So bedeuteten z.B. Wörter wie Lustlager (= Zwangsarbeitslager) oder Minipax (= Friedensministerium = Kriegsministerium) fast das genaue Gegenteil von dem, was sie zu besagen scheinen. Andererseits zeigen einige Wörter ganz offen eine verächtliche Kenntnis der wahren Natur der ozeanischen Verhältnisse. Ein Beispiel dafür war Prolefutter, womit man die armseligen Lustbarkeiten und die verlogenen Nachrichten meinte, mit denen die Massen von der Partei abgespeist wurden. Anderer Wörter wiederum hatten eine Doppelbedeutung; sie bedeuteten etwas Gutes,wenn sie auf die Partei, und etwas Schlechtes, wenn sie auf deren Feinde angewandt wurden. Aber außerdem gab es noch eine große Anzahl von Wörtern, die auf den ersten Blick wie einfache Abkürzungen aussahen und ihre ideologische Färbung nicht von ihrer Bedeutung, sondern von ihrer Zusammensetzung bekamen.
Soweit wie möglich wurde alles, was irgendwie politische Bedeutung hatte oder haben konnte, dem Wortschatz B angepaßt. Der Name jeder Organisation oder Gemeinschaft, jedes Dogmas, jedes Landes, jeder Verordnung, jedes öffentlichen Gebäudes wurde unabänderlich auf den gewohnten Nenner gebracht: in der Form eines einzigen, leicht aussprechbaren Wortes mit möglichst geringer Silbenzahl, von dem man die ursprüngliche Ableitung noch ablesen konnte. Im Wahrheitsministerium z.B. wurde die Registrierabteilung, in der Winston Smith beschäftigt war, Regab genannt, die Literaturabteilung Litab, die Televisor-Programm-Abteilung Telab usw. Das geschah nicht nur aus Gründen der Zeitersparnis. Schon in den ersten Jahrzehnten des zwanzigsten Jahrhunderts waren solche zusammengezogenen Wörter charakteristisches Merkmal der politischen Sache gewesen; wobei es sich gezeigt hatte, daß die Tendenz, solche Abkürzungen zu benutzen, in totalitären Ländern und bei totalitären Organisationen am ausgeprägtesten war (Nazi, Gestapo, Komintern, Agitprop). Zunächst war das Verfahren offenbar ganz unbewußt und zufällig in Gebrauch gekommen, in der Neusprache aber wurde es vorsätzlich angewandt. Man hatte erkannt, daß durch solche Abkürzungen die Bedeutung einer Bezeichnung eingeschränkt und unmerklich verändert wurde, indem sie die meisten der ihr sonst anhaftenden Gedankenverbindungen verlor. Die Wörter Kommunistische Internationale z.B. erwecken das Bild einer weltumspannenden Menschheitsverbrüderung, von roten Fahnen, Karl Marx und der Pariser Kommune. Das Wort Komintern dagegen läßt lediglich an eine eng zusammengeschlossene Organisation und eine deutlich umrissene Gruppe von Anhängern einer politischen Doktrin denken; es umreißt etwas, das fast so leicht zu erkennen und auf seinen Zweck zu beschränken ist wie ein Stuhl oder ein Tisch. Komintern ist ein Wort, das man fast gedankenlos gebrauchen kann, während man über die Bezeichnung Kommunistische Internationale schon einen Augenblick nachdenken muß. Ebenso sind die Assoziationen, die durch ein Wort wie Miniwahr hervorgerufen werden, geringer an Zahl und leichter kontrollierbar als bei der Bezeichnung Wahrheitsministerium. Das erklärt nicht nur die Gewohnheit, bei jeder nur möglichen Gelegenheit Abkürzungen zu gebrauchen, sondern auch die fast übertriebene Sorgfalt, die darauf verwendet wurde, für jedes dieser Wörter eine bequem aussprechbare Form zu finden.
Es überwog in der Neusprache deshalb die Rücksicht auf leicht eingehenden Wohlklang jede andere Erwägung, außer der Genauigkeit der Bedeutung; grammatikalische Regeln mußten immer zurücktreten, wenn es erforderlich schien. Und das mit Recht, denn man benötigte - vor allem für politische Zwecke - unmißverständliche Kurzwörter, die leicht ausgesprochen werden konnten und im Denken des Sprechers ein Minimum an ideenverwandten Erinnerungen wachriefen. Die einzelnen Wörter des Wortschatzes B gewannen noch an Ausdruckskraft dadurch, daß sie einander fast alle sehr ähnlich waren. Sie waren fast immer zwei-, höchstens dreisilbig (Gutdenk, Minipax, Lustlager, Engsoz, Intusgefühl, Denkpoli), wobei die Betonung enbenso häufig auf der ersten wie auf der letzten Silbe lag. Durch ihre Verwendung entwickelte sich ein bestimmter rednerischer Stil, der zugleich zackig, hohltönend und monoton war.
Der Wortschatz C bildete eine Ergänzung der beiden vorhergehenden und bestand lediglich aus wissenschaftlichen und technischen Fachausdrücken. Diese ähnelten den früher gebräuchlichen und leiteten sich aus den gleichen Wurzeln ab, doch ließ man die übliche Sorgfalt walten, sie streng zu umreißen und von unerwünschten Nebenbedeutungen zu säubern. Sie folgten den gleichen grammatikalischen Regeln wie die Wörter in den beiden anderen Wortschätzen. Sehr wenig C-Wörter tauchen in der politischen Sprache oder der Umgangssprache auf. Jeder wissenschaftliche Arbeiter oder Techniker konnte alle von ihm benötigten Wörter in einer für sein Fach aufgestellten Liste finden, während er selten über eine mehr als oberflächliche Kenntnis der in den anderen Listen verzeichneten Wörter verfügte. Nur einige wenige Wörter standen auf allen Listen, doch es gab kein Vokabular, das die Funktion der Wissenschaft unabhängig von ihren jeweiligen Zweigen als eine geistige Einstellung oder Denkungsart ausgedrückt hätte, ja es gab nicht einmal ein Wort für "Wissenschaft", da jeder Sinn, den es hätte geben können, bereits hinreichend durch das Wort Engsoz umschrieben war.
Es war also in der Neusprache so gut wie unmöglich, verbotenen Ansichten, über ein sehr niedriges Niveau hinaus, Ausdruck zu verleihen. Man konnte natürlich ganz grobe Ketzereien wie einen Fluch aussprechen. Man hätte z.B. sagen können: Der Große Bruder ist ungut. Aber diese Feststellung, die für ein orthodoxes Ohr lediglich wie ein handgreiflicher Unsinn geklungen hätte, durch Vernunftargumente zu stützen, wäre ganz unmöglich gewesen, da die nötigen Wörter dafür fehlten. Im Jahre 1984, zu einer Zeit also, da die Altsprache noch das normale Verständigungsmittel war, bestand theoretisch noch immer die Gefahr, daß man sich bei der Benutzung von Neusprachwörtern an ihren urspünglichen Sinn erinnern konnte. In der Praxis war es für jeden im Zwiedenken geschulten Menschen natürlich nicht schwer, das zu vermeiden, aber schon nach zwei weiteren Generationen würde auch die bloße Möglichkeit einer solchen Entgleisung verschwunden sein. Ein mit der Neusprache als einzigem Verständigungsmittel aufwachsender Mensch würde nicht mehr wissen, daß gleich einmal die Nebenbedeutung von "politisch gleichberechtigt" gehabt oder daß frei einmal "geistig frei" bedeutet hatte, genausowenig wie ein Mensch, der noch nie etwas vonm Schachspiel gehört hat, die darauf bezüglichen Nebenbedeutungen von Königin und Turm kennen kann. Viele Verbrechen und Vergehen würde dieser Mensch nicht mehr begehen können, weil er keinen Namen mehr dafür hatte und sie sich deshalb gar nicht mehr vorstellen konnte.
Es war vorauszusehen, daß im Laufe der Zeit die Besonderheiten der Neusprache immer mehr hervortreten würden - es würde immer weniger Wörter geben und deren Bedeutung immer starrer werden. Auch würde die Möglichkeit, sie zu unlauteren Zwecken zu gebrauchen, ständig geringer werden.
Sobald die Altsprache ein für allemal verdrängt war, war auch das letzte Bindeglied mit der Vergangenheit dahin. Die Geschichte war bereits umgeschrieben worden, doch gab es da und dort unzureichend zensierte Bruchstücke aus der Literatur der Vergangenheit, und solange jemand die Altsprache verstand, war es möglich, sie zu lesen. In der Zukünft würden solche Fragmente, auch wenn sie zufälligerweise erhalten blieben, unverständlich und unübersetzbar sein. Es war unmöglich, irgend etwas aus der Alt- in die Neusprache zu übertragen, es sei denn, es handelte sich um ein technisches Verfahren oder um einen einfachen alltäglichen Vorgang, oder es war bereits linientreu (gutdenkvoll würde der Neusprachausdruck lauten) in seiner Tendenz. Praktisch bedeutete dies, daß kein vor 1960 geschriebenes Buch, so wie es war, übersetzt werden konnte. Vorrevolutionäre Literatur konnte nur einer ideologischen Übertragung unterzogen werden, daß heißt einer Veränderung sowohl dem Sinne als der Sprache nach. Man nehme z.B. die wohlbekannte Stelle aus der amerikanischen Unabhängigkeitserklärung:
Wir erachten diese Wahrheiten als selbstverständlich, daß alle Menschen gleich geschaffen worden sind, daß der Schöpfer ihnen gewisse unabänderliche Rechte verliehen hat, als solche sind: Leben, Freiheit und das Streben nach Glück. Daß, um diese Rechte ihnen zu sichern, Regierungen unter den Menschen eingesetzt worden sind, deren gerechte Gewalt sich von der Zustimmung der Regierten herleitet. Daß, wenn immer eine Form der Regierung zerstörend in diese Endzwecke eingreift, das Volk das Recht besitzt, diese zu ändern oder abzuschaffen und eine neue Regierung einzusetzen ...
Es wäre ganz unmöglich gewesen, dies in die Neusprache zu übertragen und dabei den Sinn des Originals zu erhalten. Als nächsten etwa käme diesem Vorgang das Aufgehen dieses ganzes Abschnittes in dem einen Wort: Verbrechdenk. Eine vollständige Übersetzung hätte nur eine logische sein können, wobei Jeffersons Worte in eine Lobeshymne auf die absolutistische Regierungsform umgewandelt worden wären.
Ein großer Teil der Literatur der Vergangenheit war tatsächlich schon in dieser Weise verändert worden. Prestigerücksichten ließen es wünschbar erscheinen, das Andenken an bestimmte historische Figuren beizubehalten, doch so, daß man deren Errungenschaften mit der Linie des Engsoz in Einklang brachte. Verschiedene Schriftsteller, wie Shakespiere, Milton, Swift, Byron, Dickens und andere, wurden deshalb einer Übertragung unterzogen. Sobald dies vollbracht worden war, wurden sowohl die Originalwerke wie auch alles andere, das aus der Literatur übriggeblieben war, vernichtet. Diese Art von Übertragungen waren eine langwierige und mühsame Angelegenheit, und deren Beendigung konnte nicht vor dem ersten oder zweiten Jahrzehnt des einundzwanzigsten Jahrhunderts erwartet werden. Es gab noch eine große Menge reiner Fachliteratur - unentbehrliche technische Handbücher und dergleichen, die in der gleichen Weise bearbeitet werden mußten. Hauptsächliuch um Zeit zu den vorbereitenden Übersetzungsarbeiten zu gewinnen, wurde die endgültige Einführung der Neusprache auf einen so späten Zeitpunkt wie 2050 festgesetzt."

Vergleichen Sie "1984" mit der heutigen Wirklichkeit der Zertrümmerung der Deutschen Sprache! Glauben Sie etwa immer noch, "1984" wäre ein Zukunftstroman? Tatsächlich ist "1984" nichts anderes als ein in Romanform gekleidetes politisches Programm zur Sicherstellung und Erweiterung der britisch-imperialistischen Machtgelüste, auch Geopolitik genannt, wobei die "christlichen" Briten ungeniert im Blut von hunderten Millionen Ermordeter waten. Fragen Sie sich, wie die Miniaturinsel England die Hälfte der Welt unterwerfen und unterjochen konnte. Mit militärischen Mitteln wohl kaum, sie waren nur das letzte Mittel zum Zweck.

Textbeginn

Achtung, Sprachpolizei!
Wie das Deutsche zensiert werden soll: mit Verboten und Selbstgerechtigkeit

Von Thomas Paulwitz
"Neusprech sollte nicht nur ein Ausdrucksmittel für die ... gemäße Weltanschauung und Geisteshaltung bereitstellen, sondern auch alle anderen Dernkweisen unmöglich machen ... Dies erreichte man zum Teil durch die Erfindung neuer, hauptsächlich aber durch die Eliminierung unerwünschter Wörter ... Wenn Altsprech ein für allemal verdrängt worden war, würde das letzte Bindeglied zur Vergangenheit durchtrennt sein. Die Geschichte war bereits umgeschrieben worden."
So steht es in den "Grundlagen des Neusprech", die George Orwell in seinem Buch "1984" niedergeschrieben hat. Der "Münchner Merkur" meinte vor einigen Jahren, "Orwell hätte sein berühmtes Buch auch '2000' nennen können". Denn die Anhänger eines Neusprech treiben auch heute noch ihr Unwesen, beispielsweise in Dudens "Deutschem Universalwörterbuch" (DUW). In der neuesten Auflage (2006) geben die Herausgeber Anweisungen, welche Wörter nicht gebraucht werden sollten.
So ist das "Unkraut" vernichtet worden. Das Wörterbuch rät, "auf die Bezeichnungen 'Wildkräuter' oder 'wild wachsende Pflanzen' auszuweichen. Es geht weiter: "Wegen der Anlehnung an die diskriminierende Bezeichnung 'Neger' sollte das Wort 'Negerkuß' ebenfalls vermieden und durch 'Schokokuß' ersetzte werden."
Und: Das Wort "türken" sollte, obwohl die Wortgeschichte unklar ist, im "öffentlichen Sprachgebrauch unbedingt vermieden werden", da es "von türkischstämmigen Mitbürger(innen)n als diskriminierend empfunden werde. So solle man auch nicht mehr "Mohammedaner" sagen, sondern "Moslem" oder "Muslim". Das Wort "Rasse" möge durch "Menschen anderer Hautfarbe", "Ausländer" durch "ausländische Mitbürger" ersetzt werden, so der Wille der selbsternannten Sprachpolizisten.
Die vermeintlichen Frauenrechtler in der DUW-Wörterbuchredaktion haben außerdem bereits in der Auflage des Jahres 2003 mehr als 5.000 weibliche Formen wie "Bausparerin" und "Vizeadmiralin" aufgenommen. Da der Umfang insgesamt nicht zunehmen sollte, mußten im Gegenzug Tausende scheinbar unwichtiger Wörter gestrichen werden. Wie nicht anders zu erwarten, verzeichnet das DUW nur noch den Neuschrieb, obwohl die bewährte Rechtschreibung noch in zahlreichen Büchern und Veröffentlichungen anzutreffen ist. "Universal" ist das Universalwörterbuch damit jedenfalls nicht.
Das Wörterbuch ist kein Einzelfall für Sprachverbote. Unter der Aufsicht des linksextremen Duisburger Instituts für Sprach- und Sozialforschung (DISS) will der Deutsche Journalisten-Verband (DJV), Interessenverband und Gewerkschaft der Journalisten, eine "Sprachfibel" herausgeben, als "unverzichtbares Werkzeug für den journalistischen Alltag" und "um die Sprache zu reinigen". In der Fibel werden Wörter aufgezählt, die verboten sein sollen, weil sie angeblich den "Rassismus" begünstigen. So will das DISS den Begriff der Rasse "dekonstruieren", um mit dem Verbot des Wortes "Rasse" "die Deutung eines gesellschaftlichen Sachverhaltes grundsätzlich zu verändern". Auch das Wort "Gutmensch" wollen die Gutmenschen tilgen. Gleichzeitig geben sie Meldebögen zur Denunziation aus. So können wachsame Mitbürger dem DJV die Verwendung verbotener Wörter anzeigen. Die Sprachpolizisten wollen also ein Bevormundungs- und Bespitzelungssystem errichten. Wir sollen aus Angst den Mund halten. Journalisten sollen die Schere schon im eigenen Kopf zuschnappen lassen.
Die "Bibel in gerechter Sprache", die am diesjährigen Reformationstag veröffentlicht wurde, ist ein weiterer Anschlag der Sprachpolizei auf die Deutsche Sprache. 400.000 EURO hat es gekostet, daß mehr als 50 Verfasser über fünf Jahre lang die Bibel umgeschrieben haben. Aus "Vater unser" werden "Vater und Mutter unser". Jesus hat nun - historisch falsch - nicht nur Jünger, sondern auch Jüngerinnen. Er verkündet in der Bergpredigt nicht mehr "Ich aber sage euch", sondern ganz bescheiden und unverbindlich "Ich lege euch das heute so aus". Die Propheten dürfen, aus Rücksicht auf die Gefühle der heutigen Juden, Israel nicht mehr ein Strafgericht Gottes androhen: Statt "reif zum Ende" ist das Volk Israel nur noch "reif". Aus Gott, dem Herrn, wird "die Heilige" und die "Ewige", aus dem Heilgen Geist die "Heilige Geistkraft". Das "Forum Lebendige Kirche" bezeichnet diese Entstellung des Gotteswortes denn auch als "Bibel in selbstgerechter Sache".
Die sogenannte "Political Correctness" will Probleme lösen, indem sie Bezeichnungen aus dem Verkehr zu ziehen oder zu verändern versucht. Diese Wortverleugnung erschwert aber das Denken und Sprechen über diese Probleme, so daß sie nicht gelöst, sondern verdrängt werden, bis schließlich das böse Erwachen kommt. Die "Bibel in gerechter Sprache" mag lächerlich wirken: die Idee jedoch, die dahintersteckt, darf man nicht unterschätzen. Letztlich handelt es sich um den Versuch einer Minderheit, die Mehrheit umzuerziehen.
Was tun? Es ist wichtig, Bestrebungen, unsere Sprache zu manipulieren, sofort im Keim zu ersticken. Das geht nur durch tätigen Widerstand. Die Vernichtung Tausender Deutscher Wörter durch die zahllosen Getrenntschreibungen der Rechtschreibreform konnten die Befürworter der traditionellen Rechtschreibung gerade noch abwehren. Sollten Sprachpolizisten versuchen, ein Wort durch Stigmatisierung zu verbieten, sollten wir es erst recht verwenden; nicht nur, um das Wort zu retten, sondern auch, um das Denken über schwierige Sachverhalte weiterhin zu ermöglichen. Das ist gut für Neger, Zigeuner, Ausländer und Gott den Herrn."
Übernommen aus: "Deutsche Sprachwelt". Mehr zum Thema unter: www.deutsche-sprachwelt.de.

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Fünf Schritte zur erfolgreichen Abschaffung der Rechtschreibung
   
Erster Schritt: Wegfall der Großschreibung. einer sofortigen einführung steht nichts im weg, zumal schon viele grafiker und werbeleute zur kleinschreibung übergegangen sind.
zweiter schritt: wegfall der dehnungen und schärfungen. dise masname eliminirt schon di gröste felerursache in der grundschule, den sin oder unsin unserer konsonantenverdoplung hat onehin nimand kapirt.
driter schrit: v und pn ersetzt durch f, z ersezt durch s. das alfabet wird um swei buchstaben redusirt, schreibmaschinen und sesmaschinen fereinfachen sich, wertfole arbeitskräfte könen der wirtsaft sugeführt werden.
firter schrit: q, c und ch ersest durch k, j und y ersest durch i, pf ersest durch f. iest sind son seks bukstaben ausgesaltet, di sulseit kan sofort fon neun auf swei iare ferkürst werden, anstat aksig prosent rektsreibunterikt könen musike fäker wi fisik, kemi und reknen mer geflekt werden.
fünfter skrit: wegfal von ä, ö und üseiken. ales uberflusige ist iest ausgemerst, di ortografi wird slikt und einfak, naturlik benotikt es einige seit, bis dise fereinfakung uberal riktik ferdaut ist, fileikt sasungsweise ein bis swei iare. anslisend durfte als nakstes sil di fereinfakung der nok swirigeren gramatik anfisirt werden.
   
... und und und ... bis zur erfolgreichen Abschaffung der Deutschen Sprache!

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